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Familientreffen 2.0

Nachdem ich länger etwas still war und nur die Seite als Mitleserin gehütet habe, heute mal wieder etwas von mir selbst, dass mich im Moment tierisch aufregt.

Einige kennen vielleicht meinen Thread um den Familienbesuch?! Heute ist genau solch eine Thematik wieder aktuell...

Bereits vor einigen Wochen wurde das Thema Ostern auf den Tisch gebracht, da meine Schwiegermutter uns eingeladen hatte, die Tage bei ihr zu verbringen. Boah, schon wieder so ein Aufeinandersitzen. Kaum von meinem Mann angesprochen, stieß auch schon wie aus der Kanone geschossen das Nein aus mir heraus. Familientreffen und -besuch sind für mich ohnehin eher eine Angelegenheit der Höflichkeit. Ich hasse es! Das ist mir zu sehr aus meiner Routine gerissen, zu viel Trouble, zu viel Stress.

Ich sollte an dieser Stelle dazu erwähnen, dass mein Mann für gewöhnlich in regelmäßigen Abständen immer mal wieder beruflich fernab ist. Normalerweise. Das ist aber seit mehreren Monaten gar nicht mehr der Fall. Klingt vielleicht hart, aber das war immer die Art Partnerschaft mit der ich mich arrangieren konnte. Mein Mann ist an für sich ein sehr hibbeliger Typ, immer irgendwie hypernervös und die Verkörperung von Stress. Das ich davon seit langer Zeit keine Auszeit hatte, wühlt mich innerlich umso mehr auf, weil ich nicht zu meiner Balance finde.

Familientreffen haben sich mit einer Routine eingespielt, die mir selbst absolut gegen den Strich geht. Immer habe ich mich den Wünschen der anderen beugen (müssen). Wenn ich nein sagte, wurde das gekonnt ignoriert oder einfach nicht für voll genommen. Angefangen bei meinem Mann, der mich jedes Mal vor vollendete Tatsachen stellt. So auch jetzt.

Trotz das ich bereits nein sagte, bricht das Thema nun kurz vor Ostern immer wieder auf. Aber diesmal habe ich mir selbst geschworen, dass ich standhaft bleibe. Sogar käuflich hat es mein Mann versucht, indem er mir anbot, ich könnte mir etwas schönes kaufen, wenn ich ja sage. Allerdings könnte er mir 10.000,- Euro bieten und ich bliebe stur, da es mir einfach ums Prinzip geht. Wenn ich nein sage, meine ich nein.

Gestern Abend sagt mein Mann dann allen Ernstes zu mir, dass seine Mutter eine Bitte hätte. Ob ich ihr alle Fenster putzen könnte?! Ähm, bitte was? Ist ja nicht so, dass ich das nicht für sie tun würde. Aber:

1. Kann sie mich das nicht selber fragen?
2. Warum scheint immer noch davon ausgegangen zu werden, dass ich mitkomme?
3. Wieso verplant mich jeder für seine Bedürfnisse?

Leider artete sich dadurch ein Streit aus, so dass mein Mann später zu mir kam und sagte, er hätte seiner Mutter nun gesagt, dass ich nicht mitkommen würde. Ich dachte, nun wäre endlich angekommen, wie ernst ich das meine. Heute Morgen dann der Beweis des Gegenteils. Auf dem Display eine Nachricht meiner Schwiegermutter per WhatsApp: "Guten Morgen. Freue mich schon auf Euch. Ich hätte eine dringende Bitte und muss Dich anrufen. Wann hast Du Zeit?" Für mich ging hierdurch klar hervor, dass mein Mann entweder nichts gesagt hatte oder die Beiden jetzt gemeinsame Sache gegen mich machen und sie nun einen auf blöd macht. Ich habe die Nachricht an meinen Mann weitergeleitet und ihn gefragt, ob das deren scheiß Ernst wäre?! Ich wusste ja genau was sie will. Sie wollte mich wegen dem Fensterputzen fragen. Mein Mann schrieb mir daraufhin zurück, dass ich mich einkriegen solle und meine Schwiegermum sich halt freuen würde, wenn ich mitkomme. Ich stellte die Sache endgültig klar und schrieb meiner Schwiegermutter, dass ich nicht mitkommen würde, weil ich nicht möchte. Trotzdem stellte sie sich weiterhin auf doof und schrieb mir, ob was passiert wäre?! Mein Mann tut jetzt auch einen auf sauer und unterstellt mir, ich wäre nur auf meine Belange aus. Das ist eine Frechheit! Immer gebe ich klein bei, immer gebe ich nach und immer muss ich dulden, was die anderen wollen. Jetzt bleibe ich zum ersten Mal standhaft und muss mir sowas geben?! In einer Tour klingelt das Telefon, auf dem Display die Nummer meiner Schwiegermutter. Ich habe keine Lust ran zu gehen.

Sorry, ich musste mich einfach mal auskotzen...

Kommentare

  • Hey du!
    Super gut, dass du standhaft geblieben bist! Ich bin wirklich stolz auf dich, hab bei jeder neuen Zeile befürchtet, dass sie dich doch noch reinziehen.
    Was für ein Ritt, erstmal tief ein- und wieder ausatmen!
    Es ist nicht ok, dass du so behandelt wirst. Ganz ehrlich? Es klingt sogar grenzschwellig missbräuchlich.
    Wieso? Weil ich Frage 3. sofort mit "weil du es mit dir machen lässt" beantworten wollte. Die Reaktionen deines Partners und seiner Familie zeigen auch sehr deutlich, dass sie fest damit gerechnet haben, dass du es wie sonst mit dir machen lässt. Ich hoffe, die Irritation und Frustration auf ihrer Seite sind für dich ein Zeichen, nun ERST RECHT nach dir selber zu schauen.
    Der zweite Grund, warum ich eure Beziehungen zueinander alarmierend finde ist das "Umdrehen von Schuld" und das hinstellen, als wenn es ausschließlich nach deinen Gefühlen gehen müsste. Das setzt die Validität deiner Gefühle unter ihre Gefühle und stellt deine Reaktion als lächerlich und überzogen dar, was sie nicht ist, aber dafür sorgen soll, dass du an der Richtigkeit und Wichtigkeit deiner Emotionen und Bedürfnisse zweifelst, damit Nr. 1 wieder gilt: Du knickst hoffentlich ein und lässt es wieder mit dir machen.

    Deshalb bleib unbedingt stark und schau, wie es sich in Zukunft entwickelt. Reagieren dein Mann und seine Familie weiterhin mit Irritation und versuchen, nachhaltig etwas an deinen Entscheidungen zu rütteln, ist das extrem alarmierend. Dann kann von Respekt dir gegenüber als mündiger Mensch mit vollkommen berechtigter eigener Weltsicht nicht die Rede sein.
    Gewöhnen sie sich nach und nach daran und sehen deine Meinungen irgendwann als valide an und hören auf, über deinen kopf für dich zu entscheiden: Glückwunsch, ihr habt euch alle weiterentwickelt!
    Ich wünsche dir das zweite... ganz aufrichtig!
  • Deine Schwiegermutter lädt dich über Ostern ein ihre Fenster zu putzen? Ähem

    Warum kann das dein Mann nicht machen? Ist schließlich seine Mutter und er will doch sowieso hinfahren.

    Ansonsten klingt deine Beziehung nicht gut. Dich vor vollendete Tatsachen zu stellen anstatt zu fragen, dieses Nachtreten um Schuldgefühle zu verursachen und die ganze Manipulation.

    Solange du darauf ausgerichtet bist, dass dein Mann deine Wünsche (z.B. dein Nein) akzeptiert, solange bist du in einer schlechten Position, denn er zeigt ganz deutlich, dass er sie nicht akzeptieren will und schon seid ihr in einem Kampf, der ziemlich ermüdend ist. Sag einfach nein, der Rest ist sein Problem. Er kann dich wohl schlecht ins Auto zerren. Indem du immer wieder in die Diskussion gehst, gibst du ihm oder deiner Schwiegermutter Gelegenheit dich zu bearbeiten. Deswegen will sie dich wohl auch am Telefon sprechen, denn ihre Bitte könnte sie auch per Whatsapp mitteilen. Nur ist es leichter nein zu schreiben als nein zu sagen.

  • Danke euch, ihr macht mir wieder einmal mehr bewusst, dass es keinen Grund gibt, dass ich ein schlechtes Gewissen haben muss.

    Eine Einladung abzulehnen, finde ich zwar schon irgendwie unhöflich, wenn ich aber dann höre, dass ich doch bitte so lieb sein könnte und Fenster putzen soll und mein Mann mein Mitkommen damit begründet, dass er mich braucht, weil ich auf unsere Kinder aufpassen muss, während er 5 Minuten bei einer Tante ein Loch in der Decke zuspachteln soll - Sorry, da ist für mich jegliches Verständnis fernab. Ich finde es schon eher lächerlich.

    Das Telefon klingelt nach wie vor immer mal wieder. Ich fühle mich belästigt und fast schon terrorisiert, dass man mich mit meiner Entscheidung nicht in Ruhe lassen kann. Wie @wanderingstar schon sagte, ist ein Nein schreiben einfacher als es zu sagen. Genau das weiß die Gegenseite und meine Schwiegermutter will mich letztendlich nur um den Finger wickeln. Sie wird es mit den selben Sprüchen versuchen, wie auch mein Mann. Begründet wird nämlich auch damit, dass es das letzte Mal sein könnte, dass ich eine äußerst betagte Tante sehen könnte und so viel Anstand müsste ich doch haben, dass ich wenigstens hier Einsicht zeige.

    Entschuldigung. Was soll ich darauf sagen?! Die Wahrheit wäre viel zu beleidigend. Denn offen gestanden interessiert mich diese Tante rein gar nicht. Sie ist nichtmal eine Tante, sondern über drei Ecken in irgendwelchen hinterletzten Graden gerade noch so eine Verwandte seitens meines Mannes.

    Jetzt mag der ein oder andere vielleicht denken, dass man Familie nun mal mitheiratet. Joa, ist vielleicht etwas tief gegriffen. Aber kürzlich ging es um das Testament dieser Dame. Da rief mich meine Schwiegermutter echt an und meinte, ich solle doch bitte dafür sorgen, dass mein Mann nett zu dieser Frau bleibt, weil sie selbst dafür gesorgt hat, dass er im Testament mit berücksichtigt wäre. Aber ich solle bitte dafür Verständnis haben, dass ich nicht erwähnt werden konnte, dass müsse getrennt bleiben. Häää? Zum einen hab ich nie mit irgendeinem Erbe gerechnet, noch das es mich interessiert hätte. Ich hatte hierbei den bloßen Gedanken: Ah, da bin ich plötzlich keine Familie mehr ;-)
  • "Begründet wird nämlich auch damit, dass es das letzte Mal sein könnte, dass ich eine äußerst betagte Tante sehen könnte und so viel Anstand müsste ich doch haben, dass ich wenigstens hier Einsicht zeige."
    Antwort: "Dann ist es ja gut, dass ihr alle eure Tante nun noch einmal seht!"

    Ganz klarer Fall von: "Das ist mir wichtig [unbewusst: also ist es jedem Menschen auf dieser Welt wichtig], ich verstehe gar nicht, wieso du dich da so aufführst [unbewusst: mach ich ja auch nich, während wir in meinem Kopf gleich über diese Sache empfinden, also stimmt was mit dir nicht]!"
    Null Einfühlungsvermögen in andere Menschen.

    Zum Thema "man heiratet die Familie mit". Nein. Man heiratet einen Menschen. Nicht seinen Terminkalender, nicht seine Interessen, nicht seine Vorlieben, nicht seine Freunde, nicht seine Familie.
    Gefällt einem eines oder mehreres davon nicht, ist man ein freier Mensch, sich mit diesen Sachen nicht zu umgeben. Wer das wiederum von seinem Partner verlangt, hat meiner Meinung nach noch nicht verstanden, was es heißt, eine gleichberechtigte Beziehung unter zwei Erwachsenen zu führen.
  • @Heat

    Wenn du nicht gerade auf andere Anrufe wartest, einfach das Telefon abschalten oder stumm stellen.

    Mir scheint es bei deiner Schwiegermutter weniger um mangelndes Einfühlungsvermögen zu gehen als darum dich mit Hilfe der moralischen Keule zum gewünschten Verhalten zu “prügeln”. In der Vergangenheit scheint das ja gut geklappt zu haben. Für mich klingt das nach einem Machtkampf den deine Schwiegermutter mit dir austrägt und sie wird wohl nicht einfach klein beigeben. Versuch durchzuhalten, ich drück dir die Daumen.
  • Hallo @hEAT,

    ich kann dich sehr gut verstehen, da freut man sich auf ein schönes verlängertes Osterwochenende und dann hockt einem die Verwandtschaft im Genick. Bleib standhaft und zieh das durch, vielleicht wirst du dann in Zukunft mehr ernst genommen und ein mal "nein" sagen reicht. Das wünsche ich dir jedenfalls.
  • Ich finde es sehr zutreffend, was San geschrieben hat. Man heiratet nicht die Familie, die Freunde und Interessen des Partners. Ich für meinen Teil habe die Familientreffen auf ein Minimum reduziert und auch das alltägliche Zusammenleben (wir wohnen in derselben Straße) verläuft mittlerweile nach meinen Wünschen. Keine Überfälle im Sinne von unangekündigten Besuchen (die waren am Anfang üblich), meine Schwiegermutter hat weder über meinen "ungepflegten" Garten zu urteilen noch lasse ich sie in die Erziehung meines Sohnes einmischen. Das habe ich von Anfang an unmissverständlich zu verstehen gegeben und das ist sehr wichtig, wenn Du mit Deinem Partner glücklich werden willst. Allerdings stand mein Mann mir zur Seite und hat es akzeptiert. Wenn Dein Partner sich dagegenstellt, ist es natürlich umso schwieriger.

    Es kommt natürlich immer mal wieder zu Auseinandersetzungen und Diskussionen. Ich war einmal so rigoros, dass ich zu meinem Partner sagte, wenn er das so haben will, dann nehme ich mir ein Hotel und er soll es allein durchziehen. Das hat gewirkt, weil er plötzlich merkte, wie ernst es mir damit war.

    Ich kann Dir also nur raten, bleibe standhaft.
  • Mich würde mal sehr interessieren, wie es hier letztendlich weiterging bzw. was dieses Jahr zu Ostern ansteht? Für mich selbst habe ich dieses Thema bereits vor langer Zeit geklärt. Ich habe eine sehr große Familie. Zu Geburtstagen gehe ich selten (außer zu meinen Eltern). Großeltern sind bereits verstorben. Ansonsten treffe ich die Mitglieder meiner eigenen Familie auch eher einzeln und nicht stundenlang am Stück, dann überfordert es weitaus weniger. Ich selbst feiere auch nur die Geburtstage meiner Kinder, meinen eigenen schon seit Jahren nicht mehr. Ostern und solche Geschichten sehe ich auch schon seit vielen Jahren zu, dass ich da möglichst mit meinen Kindern im Urlaub bin. Was die Familie meines Partners betrifft, da habe ich gleich zu Beginn klargestellt, wie ich ticke und dass ich auf Familienfeste generell nicht mitkomme (übrigens auch nicht auf Schützenfeste oder dergleichen, auch nicht wenn der Nachbar Schützenkönig wurde und sich "das doch so gehört"), verpflichtet fühle ich mich nur meinen Kindern gegenüber, sonst niemandem. Es ist doch auch so, man geht die ganze Woche arbeiten, hat sowieso schon viele Verpflichtungen usw. um die Ohren, praktisch jeder von uns und dann soll man auch noch die paar Tage frei, die man dann mal hat, anders verbringen als man es eigentlich gerne wollen würde? Viele scheinen das ja zu schaffen. Aber einige auch nur aus einer gefühlten Verpflichtung heraus und schlechte Laune haben sie dann auch dabei. Man sollte sich diese Erwartungshaltung nicht aufstülpen lassen, weder vom Partner, noch von der eigenen Familie und schon gar nicht von der des Partners. Das lernt man im Laufe des Lebens. In jüngeren Jahren konnte ich mich da auch schlechter durchsetzen und habe versucht, anderer Leute Erwartungen zu erfüllen. Heute nicht mehr.
  • Etwas spät. Aber da bin ich mit dem rückblickendem Statement für @Kassandra und alle anderen, die vielleicht Interesse am mit- und weiterlesen haben.

    Ostern 2019 habe ich tatsächlich auf meinem Nein beharrt. Auch weiterhin, als mein Mann mir "drohte", er würde die Kinder dann allein mitnehmen. Als mich das immer noch nicht umstimmte, entfachte Wut und Schuldzuweisung seitens meines Mannes, der mir vorwarf, dass ich schließlich darauf hin gearbeitet hätte, dass ich - ich zitiere an dieser Stelle - schön mit meinem faulen Arsch zu Hause bleiben kann und mich auch bloß nicht um die Kinder kümmern muss. Dieser Vorwurf ist sowas von absurd! Zum einen hatte ich von Anfang an gesagt, dass ich nicht möchte und zum anderen hat mein Mann doch nur deswegen gesagt, dass er die Kinder mitnimmt, weil er weiß, dass ich wie eine Glucke an ihnen hänge und mich das eher noch zum Mitkommen hätte bewegen können.

    Inzwischen hab ich eine ganz neue Perspektive über mein Leben bekommen. Oder besser gesagt, einen neuen, erhellenden Blickwinkel auf meinen Mann. Ich bin zwar introvertiert, weiß mittlerweile aber, dass mein Mann ein Narzisst ist. Diesen Begriff habe ich irgendwann in meinem Leben schonmal aufgeschnappt, doch was er wirklich bedeutet, wusste ich nie. Vielmehr bin ich durch Zufall darauf gestoßen, als ich das Internet durchforstete und einige Begriffe googelte. Eigentlich wollte ich lediglich herausfinden, ob ich aufgrund meiner Introvertiertheit einfach nur überempfindlich bin. Doch je mehr ich recherchierte, desto öfter traf ich auf Begriffe wie "Toxische Beziehung" oder "Energievampir". Und dann bekam das Übel einen Namen: Narzisst. Mein Mann ist ein Narzisst. Ironischerweise, im Nachhinein, bekommen dadurch Schlussfolgerungen, wie sie hier @San nannte, tatsächlich einen Sinn. Schuldzuweisung oder das Verdrehen von Schuld und das Übergehen von eigenen Bedürfnissen, sind nämlich ganz charakteristische Eigenschaften bzw. Schachzüge von Narzissten.

    Nun ja, zum Grundinhalt zurück. Da Ostern 2019 nicht so verlief, wie von den anderen Parteien geplant, kamen natürlich andere Termine zur Sprache. Kurzum: Rein zufällig war Schwiegermutter mit Lebensgefährten geschäftlich 2x in der Nähe und ganz spontan für einen Besuch bei uns eingestimmt. Zuguterletzt hatte ich alle Weihnachten 2019 auch nochmal da.

    Dieses Jahr verhält sich aufgrund von Corona ohnehin alles anders. Aber Schwiegermutter, die ansonsten sehr empfindlich auf die Sachlage reagierte, war beim Thema Ostern 2020 plötzlich wieder Feuer und Flamme. Das sie nicht glatt vor Verzweiflung ins Telefon geheult hat, war auch alles. Aber Gott sei Dank war meinem Mann das dieses Mal auch zu heikel und er lehnte Besuch konsequent ab.

    Bei uns sind nun Sommerferien. Eigentlich wollten wir dieses Jahr, also mein Mann, beide Kinder und ich, nach Griechenland fliegen. Aber Corona zwingt und dieses Jahr, keinen Urlaub im Ausland zu machen. Dabei sollte es dieses Jahr der erste Mal nach einer gefühlten Ewigkeit werden. Ist jetzt halt so. Um den Kindern dennoch einen Tapetenwechsel zu ermöglichen, schauten wir uns in Deutschland um. Als Naturbegeisterte (das gilt für uns alle Vier), fiel die Entscheidung auf die Bastei in der Sächsischen Schweiz. Die Vorfreude war riesig! Die Tage kommt mein Mann schließlich an und meinte, dass seine Mutter dieses Jahr gerne mit uns zusammen Urlaub gemacht hätte. Ich hab nicht viel drauf gegeben, weil sie soetwas schon ein paar Mal in den Jahren zuvor erwähnt hatte und es nie zustande kam. Und was sie da nicht alles vorgeschwärmt hatte. Sie hätte Kontakte und wir könnten eine Finca umsonst beziehen. Aber es blieb immer nur bei haltlosem Gelaber. Letztendlich waren wir nun auch schon auf Sächsische Schweiz eingestellt und die Vorfreude bei den Kindern war riesig. Ich merkte aber zunehmend, dass mein Mann hier nicht mehr so überzeugt war. Letzte Woche drückte er mir seine Mutter ans Ohr, während er mit ihr telefonierte. Ich wurde regelrecht überfallen mit Vorschlägen an die Nordsee zu fahren. Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll?! Aber ich konnte im Wortlaut meiner Schwiegermutter hören, dass es um ihre Interessen ging, weil sie den genannten Ort bereits kannte und dort unbedingt nochmal hin wollte. In den Tagen darauf war auf einmal vom Harz die Rede und es wurde sich richtig lustig darüber gemacht, was wir denn bitte in der Sächsischen Schweiz wollen?! Ich bekam mich die Tage sogar mit meinem Mann in die Haare, der mir urplötzlich vorwarf, dass nur ich es gewesen wäre, die unbedingt in die Sächsische Schweiz wolle. Häää? Ich verstand die Welt nicht mehr! Das hatten wir zusammen ausgesucht und entschieden, sogar im Beisein der Kinder und er war es, der ihnen YouTube-Videos der Gegend und der Bastei zeigte. Heute dann erneut ein Anruf von Schwiegermutter und ein Link eines Hotels per WhatsApp. Allein als ich die Beschreibung las, ohne den Link erst geöffnet zu haben, sorgte dafür, dass ich mich fragen musste, ob meine Schwiegermutter bei klarem Verstand ist. Da stand "Wellness- und Romantik-Hotel im Harz". Bitte was? Was soll ich mit zwei kleinen Kindern in einem Turteltaubennest mit Ausrichtung auf Wellness?! Als ich meinem Mann das sagte, meinte er, er spricht mit ihr. Das wollte er während der Autofahrt tun, weil er beruflich los musste. Als ich dann aber mit meiner Schwiegermutter telefonierte, meinte sie, dass wäre ganz toll dort und da könnten die Kinder doch auch in den Whirlpool. Sie hätte das jetzt gebucht und sollte es zeitlich nicht passen, kann man es ja notfalls nochmal um eine Woche verschieben. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass sie es zu einem Zeitraum gebucht hat, wo die Kinder schon zwei Tage wieder zur Schule müssen. Dabei hat sie mich extra noch gefragt, bis wann Ferien sind und ich hab es ihr per WhatsApp geschrieben. Von Irrtum oder Missverständnis kann also keine Rede sein.

    Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, wie sauer ich im Moment bin. Mich regt das Ganze schon wieder so dermaßen auf, dass ich nicht schlafen kann. Wie kann man so dreist sein?! Ich finde es von meinem Mann nicht weniger frech, weil ich mich von ihm und meiner Schwiegermutter komplett verarscht fühle!

  • Oh mein Gott, was für eine Story...*.*

    Da fehlen mir gerade echt die Worte...
  • @hEAT

    Hast Du nun vor, der Buchung Deiner Schwiegermutter nachzuge(h)ben?
    Ich selber wuerde ihr ganz klar ein Verfallenlassen nahelegen.
    Damit ihr Geld nicht zum Fenster rausgeworfen, koennte sie ja noch stornieren. Je frueher, desto besser fuer ihre Finanzen. ;-)
  • @Spaziergaenger

    Ich solle mir das überlegen und Samstag will man nochmal telefonieren. Ich bin immer noch ziemlich wutgeladen.

    Mein Mann hat mir weiß machen wollen, dass es nur gut gemeint wäre und ein Wellness-Hotel wohl deswegen gewählt wurde, damit ich mich auch mal entspannen könnte. Eine Ganzkörper-Massage wäre inklusive. Meine Schwiegermutter hätte da nur an mich gedacht. Sorry, dass ich nicht lache! Ja, weil man an mich gedacht hat, wurden alle regulären Pläne einfach über Board geworfen und einfach prompt gebucht, noch dazu bis ins Ferienende rein. Natürlich, klingt alles sehr plausibel. /Ironie off

    Inzwischen habe ich gelernt, nicht mehr zu allem Ja und Amen zu sagen. Das wird auch hier der Fall sein. Es geht mir einfach nicht in den Kopf, wie man auf so eine blöde Idee kommen kann?! Ist ja nicht von unserer Sicht aus ein total falsch gewähltes Hotel, sondern in Betracht auf alle anderen Gäste dort genauso. Die suchen da Erholung und machen vielleicht Liebesurlaub und ich hänge da mit Familie und zwei kleinen Kindern?! Pff...

    Ich habe beschlossen, dass ich genauso imstande bin, Nägel mit Köpfen zu machen. Ich habe mir gestern Nacht noch ein paar Angebote rausgesucht. Wenn mein Mann wieder da ist, zeige ich ihm diese. Entweder er fährt dann mit den Kindern und mir oder er soll sich in den Schoß seiner Mutter hocken.
  • Hallo @Heat

    Von dem, was du bisher über deinen Mann geschrieben hast, deutet nichts darauf hin, dass er Narzisst ist. Um Schuldzuweisungen vorzunehmen und die Bedürfnisse von anderen zu übergehen muss man kein Narzisst sein, das machen auch andere Menschen. Meine Vermutung ist eher, dass dein Mann seine eigenen Bedürfnisse unterdrückt (möglicherweise so sehr, dass er sie schon nicht mehr spürt) sobald seine Mutter ihre anmeldet und den Druck, den er selbst durch seine Mutter erfährt, an dich weitergibt. Von einer Grandiosität und einem stark unabhängigen Verhalten hast du dagegen nichts erwähnt, sondern dein Mann wirkt im Gegenteil sehr abhängig von seiner Mutter.

    Das gut meinen oder nicht böse meinen ist so eine Augenwischerei, denn darum geht es nicht, sondern diese Beschwichtigung wird immer dann gebraucht wenn jemand seine eigenen Bedürfnisse über die von anderen stellt. Deine Schwiegermutter hat den Urlaub im Wellness-Hotel nicht böse gemeint, aber gut gemeint hat sie es nicht in Bezug auf dich sondern in Bezug auf ihre eigenen Bedürfnisse. Hätte deine Schwiegermutter wirklich an dich gedacht, dann hätte sie dich nach deinen Wünschen gefragt.

    Wäre eine Therapie oder Beratung für dich und deinen Mann vielleicht etwas? Denn das Thema scheint immer wieder bei euch aufzuschlagen und sobald du deine Grenzen ziehst wird dein Mann unter mehr Druck von Seiten seiner Mutter geraten und wird dann ein Ventil zur Entladung brauchen.
  • @wanderingstar

    Natürlich ist Schwiegermama immer wieder ein Thema bei uns. Ich glaube der Knackpunkt liegt in dieser Sache auch ganz woanders. Mein Mann hatte früher nicht viel von seinen Eltern, wenn das so stimmt. Heute versucht seine Mutter da scheinbar etwas nachzuholen und gibt sich immer extremst mütterlich.

    Das Ding ist, an für sich komme ich selbst auch sehr gut mit ihr klar. Wir haben nicht dieses typische oder viel bekannte schlechte Verhältnis, dass gern zwischen Schwiegermüttern und -töchtern besteht. Aber dieses Aufdringen, dass öfter vorkommt, sorgt halt für Reibereien. Im Übrigen war meine Mutter selbst auch so. Aber zu der habe ich schon lange keinen Kontakt mehr. Ein anderes Thema.

    Das Du meinen Mann hier nicht als Narzisst erkennst, liegt darin, dass ich ihn nicht als diesen beschreibe. Das hat hier im Forum auch nichts zu suchen, weil es hier nicht um Narzissmus geht. Aber wenn ich Dir so einiges erzählen würde, würdest Du mir wahrscheinlich Recht geben. Es sind vielmehr die täglichen Gegebenheiten, spontane Situationen und Reaktionen, die den Narzissten entlarven.
  • @wanderingstar

    Da wäre z. Bsp. sein Job. Er ist inzwischen bei seiner 5. Dienststelle angekommen, seit ich ihn kenne. Hust, er ist Soldat. Und auf jeder, wirklich auf jeder, gab es Ärger mit seinen Vorgesetzten. Es verhält sich immer gleich: Am Anfang ist alles super, alle voll nett. Nach einer Weile spricht er dann schon davon, der ist ein Idiot und jener ist ein Trottel. Irgendwann gibt es dann Ärger mit dem Chef. Die Entscheidungen vom Vorgesetzten sind immer unrealistisch, völlig dumm und überhaupt, der Chef ist ein Nichtskönner, der seinen Posten nur ergattert hat, weil man früher noch viel leichter zu einem gewissen Rang gekommen ist. Alle um ihn rum profitieren nur von seiner Arbeit, während er selbst nie gefördert würde, geschweige denn, dass man ihm seine Mühen anerkennt. Dabei hat er selbst so viel auf dem Kasten und der Tollste und Beste und reißt sich so den Arsch auf. Ja, genauso ist es immer und immer wieder lt. meinem Mann.

    Nächstes Thema wären Krankheiten und Weh-Wehchen. Du glaubst nicht, was der alles für Dramen abspielt, nur um sich selbst in Szene zu setzen und alles ganz schlimm wirken zu lassen. Als er mal ins Krankenhaus musste, ist er sein Testament mit mir durchgegangen. Es könnte ja sein, dass er dabei stirbt. Angemerkt: Es handelte sich um eine routinemäßige Blinddarm-OP ;-) Und das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen.

    Hobbys. Am besten wäre, ich habe keine! Alles nervt, nimmt mich ein. Und jedes Mal wurden sie mir so lange madig geredet, bis ich sie entnervt aufgab. Dann hat er angefangen, ein Hobby mit mir zu teilen und hat mich dabei ständig runter gemacht, so dass es zum Streit führte.

    Was Freunde anbetrifft, da hätten bei mir damals schon ganz früh die Alarmglocken klingeln sollen. Viele Freundschaften habe ich abgebrochen als wir uns kennenlernten, weil ich mir hab einreden lassen von ihm, dass sie nicht gut für mich waren und einen schlechten Einfluss hätten. Wie dumm ich war! Und wenn sich im Laufe der Zeit mal eine Bekanntschaft intensivierte, wurde da solange drauf rumgeritten und schlecht gemacht, bis ich auch da den Kontakt einstellte. Übrigens, auch wenn meine Familie ein ganz spezielles Thema ist, hat er da auch viel seine Finger drin gehabt. Kurzum: Ich bin heute völlig isoliert. Ich habe weder Freunde, noch Bekannte, noch Familie von meiner Seite. Stichwort: Isolation. Und das ist ganz typisch für Narzissten, dass anzustreben.

    Übrigens, auch ganz typisch: Love-Bombing. Und ja, dass hat er bei mir betrieben. Als ich ihn kennenlernte, dachte ich damals, was für ein toller Typ er ist. Er sah gut aus, war charmant, aufmerksam usw. Und es dauerte nicht lang, da redete er bereits von Heirat und Kindern. Ich kann mich noch erinnern, als er es das erste Mal ansprach. Wir saßen im Auto und ich schaute zum Fenster raus und dachte mir: "Oh Gott, bitte mach das nicht kaputt. Halt einfach die Klappe!". Ich meinte ihn damit, weil es mir viel, viel zu schnell ging.

    Das Thema Schuldzuweisung oder Unterdrückung von Bedürfnissen, dass Du hier aufgreifst, ist nicht nur gegeben, wenn es um Schwiegermama geht. Das ist tendenziell so. Egal um was es geht, ich bin immer Schuld. Ich kann den Satz nichtmal mehr hören! Selbst wenn er nur ein Paar Socken unter seine Bettseite geschoben hat und sie nicht findet, ist das meine Schuld.

    Ich könnte Dir noch so vieles aufzählen und mit Beispielen aus meinem Alltag untermauern. Aber glaube mir, dann säßen wir noch Tage lang hier.
  • @hEAT

    So wie du deinen Mann in deinem letzten Beitrag beschreibst kann es sein, dass er sich irgendwo auf dem narzisstischen Spektrum befindet, es kann aber auch sein, dass ein anderes “psychologisches Label” oder andere Erklärungen für sein Verhalten besser passen. Oder auch ein Mix von Erklärungen. Narzissmus ist gerade “in” deswegen wird online so viel darüber geschrieben, während man z.B. in Foren sehr selten etwas über Histrioniker liest. Dabei gibt es zwischen beiden viele Gemeinsamkeiten.

    Welches Label man jedoch auch immer dafür findet, wiederkehrende Schuldzuweisungen und die Unterdrückung von Bedürfnissen sind in einer Partnerschaft ein Problem.
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