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Ein freundliches Hallo in die Runde auch von mir

Hallo zusammen!

Es ist total verrückt...
Bis gestern wusste ich nicht, dass es dieses Forum gibt.
Erst "Kopfsache" hat mich darauf hingewiesen.
Und jetzt fühlt es sich gerade irgendwie so an, als käme ich nach Hause.
Kann es nicht erklären.

Vielleicht kurz zu mir:

Ich heiße Sven, bin 46 Jahre alt und habe bereits in meinen Zwanzigern bemerkt, dass ich anders bin als der vermeintliche Großteil der Menschen um mich herum.
Je älter ich werde, desto mehr rauben Menschenmassen mir die Energie, wird Smalltalk für mich zur Höchststrafe und oberflächliche Menschen für mich ein dunkelrotes Tuch.

Lange Zeit dachte ich, so wie wahrscheinlich viele Menschen in meinem erweiterten Umfeld, die sich nicht die Mühe machen, näher hinzuschauen, ich sei ein arroganter Arsch.

Heute weiß ich, warum ich nur zu einigen, wenigen Menschen eine Beziehung aufbauen kann.
Leider beeinträchtigt das auch meine bisherigen Liebesbeziehungen enorm.
Wenn ich nicht weiß, wie ich ticke, wie soll es dann meine Partnerin erfassen.
Häufige Stimmungsschwankungen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen sind auf Dauer anscheinend schwer zu akzeptieren (Ironie "aus").

Ich hoffe, nun, wo mir klar ist, woher so vieles kommt: Schwierigkeiten auf fremde Menschen zuzugehen, Herzrasen, als letzter auf eine Party zu kommen, viel Zeit (gerne in der Natur) für mich alleine zu benötigen, kein Interesse an Kollegenversammlungen zu haben und und und, einen besseren Weg für den Umgang mit mir und meinen Mitmenschen zu finden.

Ich reflektiere in der letzten Zeit (3-4 Jahre) sehr viel und bemerke, dass ich das früher zu wenig bis überhaupt nicht getan habe. Vieles in mir habe ich einfach "akzeptiert", ohne zu hinterfragen.
Aber es ist, als grabe man ein Loch in trockenem Sand. Man fängt an, kommt aber irgendwann nicht im anfänglichen Tempo tiefer, weil immer mehr Sand von der Seite nachrutscht und das Loch zwar immer größer wird, man aber nur langsamer in die Tiefe kommt (was ja das Ziel war).

So bemerke ich bei mir immer mehr Baustellen, die bisher unbeachtet blieben, mir aber trotzdem immer deutlicher gezeigt haben, dass sie da sind und beachtet bzw. bearbeitet und gelöst werden wollen.

Aber wahrscheinlich ist das hier nichts neues.
Ich werde mich jetzt erst einmal durch die Themen dieses Forums lesen.
Später werde ich, so Interesse besteht, gerne weitere Details preisgeben.

Ich freue mich, hier sein zu dürfen und glaube, dass heute der erste Tag vom Rest meines Lebens beginnt.

Euch allen eine gute Zeit und passt auch euch auf!

Liebe Grüße

Sven

Kommentare

  • Willkommen im Forum der Introvertierten @Blutsvente !

    Schön, dass Du zu uns gefunden hast und ich wünsche Dir schon jetzt noch viele interessante und gute Erkenntnisse, die Dein weiteres Leben besser machen werden.

    Ich erscheine übrigens, seitdem mir meine Introversion bewußt ist, immer als eine der Ersten auf einer Party. Probier es mal aus :)

    Fühl dich vor allem wohl und verstanden hier bei uns.
    Es grüßt freundlich Rosalinda .. äh

    Enjoythesilence
  • Hallo @Blutsvente,

    Deine Zeilen haben mich sehr berührt. Ich kenne alles, was Du beschreibst.
    Man hört dann auch, an diesem und jenem solle man arbeiten - von Menschen, die bequemerweise an sich selbst überhaupt nicht arbeiten wollen.

    Vieles ist in einem menschlichen Wesen verankert - bis wir uns aus schlechtem Gewissen für andere zu verbiegen beginnen. Eines Tages erkennt man sich fast nicht mehr im Spiegel und fühlt sich nicht mehr als zugehörig zu seinem eigenen Wesenskern / Inneren.
    Vielleicht kennt dies der eine oder andere auch von sich selbst.

    In den letzten Jahren habe ich gelernt, anzunehmen, dass ich zwei Leben gelebt habe bzw. lebe.
    Eines bis vor etwa 15 Jahren, das war sehr bewegt und von vielen Menschen bevölkert.
    Nach einer großen gesundheitlichen Zäsur begann langsam, aber stetig ein Rückzug, denn ich habe bemerkt, dass mir Massen nichts mehr geben können. Es fühlt sich an, als würden sie mich aufsaugen.
    Partys finden daher ohne mich statt. Ich habe kein Gefühl irgendeines Verlustes.

    Tratschereien gehen mir endlos auf die Nerven, ich versuche aber nicht mehr, grantig dagegen aufzubegehren, sondern mit schwarzem Humor die eine oder andere Sicht anzubringen. Und dann bin ich auch schon weg, denn sobald Tratsch ins Persönliche geht, kann ich nicht mehr mithalten. Es ekelt mich an, wenn über anderer Leute Leben hergezogen wird.

    Hier bist Du gut aufgehoben! So viele Themen, da ist für jeden etwas dabei!
    Liebe Grüße, Seelenbilder!
  • Hallo Seelenbilder,

    vielen Dank für deine Nachricht.

    Wie eingangs bereits beschrieben, überkommt mich hier (bisher) ein ziemlich ungewohntes Gefühl der Vertrautheit.
    Vieles von dem, was mich bisher hat denken lassen, ich sei ein Sonderling, wird mir hier als absolut unspektakulär gespiegelt.
    Das fühlt sich sehr gut an.

    Ich freue mich, euch gefunden zu haben.

    Viele Grüße und eine wundervolle Zeit für dich!

    Sven
  • Hallo lieber Sven,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Tatsächlich war er es, der bei mir die Entscheidung herbeigeführt hat, in diesem Forum Mitglied zu werden.
    Wie du so schön mit dem Sinnbild des Grabens des Loches in Sande beschreibst, habe auch ich das Gefühl, je tiefer ich grabe, umso mehr kommt hinterher (und ich komme kaum voran)

    Vor allem ertappe ich mich immer öfter dabei, wie ich meine Vergangenheit in Frage stelle. Ich habe seinerzeit in meiner Studienzeit, um mit den anderen in sozialer Hinsicht "mithalten" zu können, relativ viel Alkohol getrunken. Erst dann passte ich hinein.

    Heute gehe ich meinen eigenen Weg, passe definitiv -zumindest privat- nicht in die Gesellschaft, aber auch das macht mir zu schaffen, da ich einsam bin. Ich sage nein zu einem "entspannenden" Kurzurlaub von drei Tagen bei 7 Stunden Autofahrt bei einer sehr intensiven Bekannten, die 24 Stunden am Tag aktiv ist, ich sage nein zu einem Grillabend, bei welchem das Ziel ist, mich "beruflich aufzupeppen", ich sage nein zu einem Treffen mit Kollegen nach Feierabend in der Kneipe, bei den "auch die Sponsoren da" sind, Smalltalk ist außerhalb der Arbeit auch nicht mein Ding und die Menschen, mit denen ich tatsächlich gerne Kontakt hätte, sind privat selbst so mit sich und ihren Familien beschäftigt, dass keine Zeit bleibt.
    Manchmal bleibt bei mir das ungute Gefühl, dass außer Natur und Zweierbeziehungen ich zu nichts in der Lage bin, was natürlich wiederum Selbstzweifel weckt. Bin ich krank? Kommt die Depression wieder? Bin ich tatsächlich "nur" introvertiert? Ich möchte endlich wissen, warum ich so bin wie ich bin und das akzeptieren können.

    Die Probleme, auf andere zuzugehen habe ich nicht. Das Problem ist, dass ich es oft nicht möchte. Bei Partys, auf denen nicht endlos nicht mehr wahr, fühle ich mich dermaßen schnell überfordert von mehreren Menschen, dass ich sie immer als sehr anstrengend empfunden habe. Ich habe nie nachvollziehen können, wie andere daraus Kraft schöpfen, und ich 3 Tage zum Regenerieren brauche. Die anderen wiederum können nicht nachvollziehen, warum ich stundenlang durch die Natur latsche, mit Hund. Kurz, das Unverständnis/Rätseln über das eigene Sein, welches ich aus deinem Beitrag heraus lese, kenne ich nur allzu gut.

    Also auch von mir ein Willkommen und viele liebe Grüße.
  • edited August 9
    Hallo @Star_dust24,

    zweifelsohne wirst Du hier erleben, dass sich viele Menschen über das Rätsel ihres Seins beugen und es lösen möchten. Ich glaube, dafür brauchen wir unser ganzes Leben ...

    Das Nein-Sagen ist etwas, das sich viele nicht getrauen, also sehe ich hier eine sehr wichtige Ressource bei Dir. Ein Nein-Sagen bedeutet nämlich, Stellung zu beziehen zu sich selbst und seinen ureigenen Bedürfnissen. Auch und gerade, wenn es nicht oder nur kaum verstanden wird - denn dann wird es ja noch schwieriger, nein zu sagen.
    Auch ich bin inzwischen in der Zweierbeziehung angelangt - größere Runden kosten mich meistens zuviel Energie.

    Und ich bin gerade wieder sehr intensiv damit beschäftigt, mein Leben zu hinterfragen ... und obwohl ich zwischendurch immer wieder Sicherheit erlange, dass ich richtig bin, so wie ich bin, habe ich seit einiger Zeit einen großen Rucksack mit vielen Gedanken und doch auch Zweifeln auf meinem Rücken. Dieser Rucksack wird phasenweise wieder leichter - und plötzlich füllt er sich wieder. Und diese Gedanken, ich achte immer sorgsamer darauf, mit wem ich sie teilen möchte.

    Alles Liebe und ein gutes Reisen hier durch so viele spannende Gedanken!

    Seelenbilder
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