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92 Eigenschaften von Introvertierten

Es gibt eine ganze Reihe von Eigenschaften, die introvertierten Menschen zugeschrieben werden. Ich habe 92 davon aus verschiedensten Quellen und eigener Erfahrung zusammengetragen.

Bitte bedenke bei der Lektüre, dass ein introvertierter Mensch nicht alle diese Eigenschaften aufweist. Auch auf mich trifft nicht alles zu und selbst Extrovertierte verfügen über einige dieser Eigenschaften – allerdings nicht allzu viele.

Je stärker die Introversion bei Dir oder jemandem in Deinem Umfeld ausgeprägt ist, desto mehr dieser Eigenschaften wirst Du jedoch wiederkennen.

Einige dieser Merkmale kannst Du als Außenstehender erkennen, andere nicht. Die meisten Introvertierten werden versuchen, die negativ assoziierten Eigenschaften zu verstecken, indem sie sich extrovertiert verhalten.
Du solltest außerdem bedenken, dass es neben Intro- und Extroversion weitere Persönlichkeitsmerkmale gibt, die das Verhalten eines Menschen stark beeinflussen.

Insofern ist die folgende Liste nicht geeignet, um Menschen in Deinem Umfeld den Sticker „introvertiert“ anzuheften. Sie bietet allerdings Anhaltspunkte, um das Verhalten anderer Menschen besser zu verstehen.

Da unsere extrovertierte Gesellschaft mit Introversion einen Nachteil verbindet, habe ich die Liste unterteilt in Eigenschaften, die für gewöhnlich positiv, neutral oder negativ gesehen werden.

Eher positiv assoziierte Eigenschaften

 
1. Introvertierte sind die besseren Zuhörer. Sie mögen tief gehende Gespräche und diskutieren gerne die Probleme von anderen Menschen. Sie sind weniger darauf aus, selbst zu Wort zu kommen, sondern hören einfach zu.

2. Introvertierte sind aufmerksame Beobachter. Sie bemerken oft Dinge um sie herum oder Stimmungen, die anderen entgehen. Sie entdecken auch eher Fehler.

3. Introvertierte sind sehr gewissenhaft und verantwortungsbewusst. Ihnen ist wichtig, eine Aufgabe korrekt zu erledigen und Fehler zu vermeiden.

4. Introvertierte sind zuverlässig. Wenn sie etwas ankündigen oder versprechen, dann machen sie es meist auch.

5. Introvertierte sind pünktlich. Es ist ihnen unangenehm, wenn andere Menschen auf sie warten müssen.

6. Introvertierte bringen andere Menschen nicht in unangenehme Situationen. Wenn es sich doch nicht vermeiden lässt, leiden sie unter Schuldgefühlen.

7. Introvertierte lesen viel. Sie verbringen viel Zeit mit Büchern, denn Lesen ist für sie eine gute Möglichkeit, um Energie zu tanken und persönlich zu wachsen.

8. Introvertierte sind sehr kenntnisreich. Vor allem in der Tiefe sind sie gut informiert. Wenn sie sich für ein Thema interessieren, saugen sie das verfügbare Wissen förmlich auf.

9. Introvertierte sind sehr reflektiert. Über neue Erlebnisse und neues Wissen denken sie lange nach, um es zu verarbeiten. Entsprechend durchdacht sind ihre Antworten auf Fragestellungen (wenn man ihnen Zeit gibt).

10. Introvertierte hinterfragen vieles. Anstatt Informationen einfach hinzunehmen, hinterfragen sie oft die Bedeutung. Das trifft auch auf ganz einfache Alltagssituationen zu.

11. Introvertierte sind sehr mitfühlend. Die Stimmung anderer Leute kann sie berühren und in der eigenen Stimmungslage beeinflussen.

12. Introvertierte sind verständnisvoll. Sie hören besser zu, sind mitfühlend und reflektieren viel. All dies hilft, sich in ihre Mitmenschen besser hineinzuversetzen.

13. Introvertierte werden oft um Rat gefragt. Durch ihr bedachtes Auftreten und ihr tiefes Wissen, werden sie oft von anderen Menschen konsultiert. Introvertierte sind besonders häufig in beratenden Berufen tätig.

14. Introvertierte sind bescheiden. Sie stehen nicht gern im Mittelpunkt und neigen somit auch nicht zu Übertreibungen.

15. Introvertierte denken, bevor sie sprechen. Sie reden wenig, spät und langsam, weil sie nicht sprechen (können), ohne nachgedacht zu haben.

16. Introvertierte sind glaubwürdig. Durch Zuverlässigkeit, Bescheidenheit und bedachtes Sprechen werden sie oft für glaubwürdiger gehalten.

17. Introvertierte sind kreativ. Unter Beobachtung können sie diese Stärke nicht ausspielen, aber wenn sie allein sind mit ihren Gedanken, können Introvertierte äußerst kreativ sein. Viele Künstler sind introvertiert.

18. Introvertierte sind vorausschauend. Sie neigen dazu, nicht nur die positive Seite zu sehen, sondern erkennen schon frühzeitig mögliche Probleme. Dadurch wirken sie oft pessimistisch.

19. Introvertierte können gut planen. Sie versuchen, zu viele Überraschungen in ihrem Leben zu vermeiden. Das funktioniert am besten mit viel Planung.

20. Introvertierte sind gut vorbereitet. Wann immer sie sich jemandem oder einer Gruppe von Menschen präsentieren müssen, sind sie äußerst gut vorbereitet. Ein Vortrag wird beispielsweise bis zur Erschöpfung durchgesprochen, Informationen werden verinnerlicht.

21. Introvertierte sind ordentlich. Sie mögen kein unübersichtliches Chaos. Sie funktionieren besser, wenn ihr Umfeld überschaubar bleibt.

22. Introvertierte wollen wachsen. Sie haben einen besonders starken Drang nach persönlichem Wachstum. Dieses erreichen sie vor allem durch Lesen und Reflexion – aber auch durch neue Erlebnisse in einem für sie erträglichen Umfang.

23. Introvertierte gehen vom Guten im Menschen aus. Das heißt nicht, dass sie anderen Menschen früh vertrauen, aber sie gehen eher davon aus, dass andere Menschen gute Absichten verfolgen.

24. Introvertierte sind gute Führungskräfte. Sie können Teams von proaktiven Mitarbeitern besser führen als Extrovertierte.

25. Introvertierten sind selten gelangweilt. Auch wenn es so aussieht, als würden sie nichts tun, fühlen sie sich wohl in ihren eigenen Gedanken. Introvertierte können sich gut mit sich selbst beschäftigen.

26. Introvertierte sind geduldig und ausdauernd. Sie widmen sich Problemstellungen deutlich länger als ihre Mitmenschen und kommen so oft zu innovativen Lösungen.

27. Introvertierte sind vorsichtig. Sie gehen weniger Risiken ein, die sie nicht einschätzen können.

28. Introvertierte sind unabhängig. Sie machen ihre Gefühle weniger abhängig von anderen Menschen und können eine zeitlang allein sein. Auch beruflich sind sie ungern von anderen Menschen abhängig.

29. Introvertierte sind offen für Ideen. Sie hören bei Vorschlägen ihrer Mitmenschen besser zu und diskutieren gern neue Ideen und Lösungsvorschläge.

30. Introvertierte können sich tief konzentrieren. Wenn sie an einer Problemstellung arbeiten, können sie sich in ihr vertiefen.

31. Introvertierte sind sehr genau. Sie machen keine halben Sachen, sondern möchten das bestmögliche Ergebnis abliefern. Sie neigen zum Perfektionismus.

32. Introvertierte strahlen Ruhe aus. In turbulenten Zeiten werden sie weniger hektisch und treffen weiterhin bedachte Entscheidungen.

33. Introvertierte sind weniger materialistisch. Sie wenden sich eher ihrem Innenleben zu als externen Dingen. Daher sind ihnen Statussymbole weniger wichtig.

 

Neutral bewertete Eigenschaften

 
34. Introvertierte sind ruhig. Was in turbulenten Zeiten Sicherheit gibt, löst in anderen Situationen weniger Begeisterung aus.

35. Introvertierte sind nachdenklich. Sie denken über neue Einflüsse von außen intensiv nach – bleiben aber hin und wieder in ihren Gedanken gefangen.

36. Introvertierte sind Tagträumer. Sie erleben die Welt nicht so intensiv wie Extrovertierte, sondern richten sich an die innere Welt der Gedanken.

37. Introvertierte haben wenige Freunde. Ihr soziales Umfeld ist wesentlich kleiner als das von Extrovertierten. Allerdings legen sie großen Wert auf enge Freundschaften. Qualität geht vor Quantität.

38. Introvertierte sind ernsthaft. Sie nehmen das Leben oft nicht so leicht wie Extrovertierte, sondern versuchen, den Sinn zu ergründen und zu interpretieren. Sie sehen bei jeder Situation die Probleme schon frühzeitig.

39. Introvertierte sind sensibel. Schon laut Definition sind sie sensibler für Stimulation und können eher überwältigt werden als Extrovertierte.

40. Introvertierte sind gern allein. Sie sind auch gern unter (wenigen) Menschen. Aber sie brauchen beides und genießen ihre Zeit für sich.

41. Introvertierte sind gern in der Natur. Die natürliche Umgebung wirkt beruhigend und weniger stimulierend als der moderne Alltag.

42. Introvertierte gehen nicht gern Shoppen. Einkaufen ist anstrengend durch viel Stimulation und viele Menschen.

43. Introvertierte entscheiden sich eher dazu, Single zu sein. Sie fühlen sich ohne Partner weniger einsam als Extrovertierte und verzichten aus verschiedenen Gründen bewusst auf eine Partnerschaft. Das heißt jedoch nicht, dass sie ihnen nicht gut tun würde.

44. Introvertierte reden wenig. Oft reden sie wesentlich weniger als ihre Gesprächspartner und konzentrieren sich auf das Zuhören und kurze – aber durchdachte – Antworten. Nur bei Themen, in denen sie sich sehr gut auskennen, reden auch Introvertierte viel.

45. Introvertierte arbeiten gern ohne Unterbrechung. Da sie mit ihren Gedanken arbeiten, werden sie ungern unterbrochen. Im modernen Büroalltag ist das jedoch keine Selbstverständlichkeit und kann negativ wahrgenommen werden.

46. Introvertierte stehen nicht gern im Mittelpunkt. Das heißt, dass sie stets versuchen, der Aufmerksamkeit durch andere auszuweichen. Eine öffentliche Anerkennung vor vielen Menschen mag also nicht in ihrem Sinne sein.

47. Introvertierte bzw. hoch sensible Menschen reagieren oft stärker auf Koffeein.

48. Introvertierte sind sehr empfänglich für Kunst und Musik. Sie können z.B. längere Zeit in Museen verbringen.

49. Introvertierte wirken mysteriös. Da sie sich ihrem Umfeld nur wenig mitteilen, wirken viele Introvertierte auf andere Menschen geheimnisvoll. Dabei haben Introvertierte nicht mehr zu verstecken als Extrovertierte.

50. Introvertierte ziehen sich gern zurück. Wenn sie zu viel Stimulation erfahren, ziehen sich Introvertierte gern in einen abgeschirmten Bereich zurück, um ihre Akkus wieder aufzuladen.

51. Introvertierte neigen zu Schuldgefühlen. Wenn sie das Gefühl haben, einem anderen Menschen Umstände zu bereiten oder ihn falsch behandelt zu haben, leiden sie schnell unter einem schlechten Gewissen.

52. Introvertierte können sehr direkt sein. Sie reden zwar nicht viel, können sich aber sehr direkt ausdrücken. Unter Umständen mag es so wirken, als fehle ihnen das nötige Taktgefühl.

53. Introvertierte sind weniger euphorisch. Ihr Belohnungssystem ist nicht so aktiv wie das von Extrovertierten, daher verspüren sie weniger Euphorie.

 

Eher negativ assoziierte Eigenschaften

 
54. Introvertierte sind gehemmt. In vielen Situationen fühlen sie sich nicht frei und locker, z.B. in Gruppen oder wenn sie sich öffnen sollen.

55. Introvertierte fühlen sich unwohl in großen Gruppen. „Je mehr Leute desto besser“ könnte aus Sicht eines Introvertierten nicht falscher sein. Sie fühlen sich am wohlsten in kleinen Runden.

56. Introvertierte können schnell überstimuliert werden. In einer rasanten Welt sind Introvertierte erschöpft und überfordert, wenn sie gegen ihre Natur leben.

57. Introvertierte brauchen mehr Pausen, um das hohe Stimulationslevel in der extrovertierten Welt zu vertragen.

58. Introvertierte reden langsamer, denn sie denken bevor sie sprechen.

59. Introvertierte reden nicht gern vor anderen Menschen. Insbesondere spontane Reden sind für sie eine Horrorvorstellung (für viele andere Menschen aber auch).

60. Introvertierte reden eher leise.

61. Introvertierte drücken sich lieber schriftlich aus. Sie mögen keine Telefone, dafür E-Mail umso mehr.

62. Introvertierte sind bei einem hitzigen Streit den meisten Extrovertierten unterlegen, da zu schnell geredet wird.

63. Introvertierte tun sich schwer damit, Menschen mit Stories zu unterhalten.

64. Introvertierte mögen keinen Small Talk. Sie können es von Natur aus auch nicht besonders gut.

65. Introvertierte zögern oft bevor sie sprechen.

66. Introvertierte neigen dazu, über einige Dinge zu viel nachzudenken.

67. Introvertierte fühlen sich unwohl auf Parties.

68. Introvertierte feiern selbst in kleinem Rahmen (wenn überhaupt). Sie verbringen lieber Zeit mit 2-3 engen Freunden.

69. Introvertierte meiden Augenkontakt – vor allem beim Sprechen.

70. Introvertierte sind etwas langsamer bei der Erfüllung von einfachen Aufgaben oder bei der Entscheidungsfindung. Informationen werden ausführlicher verarbeitet und das dauert.

71. Introvertierte sind nicht besonders spontan. Sie beobachten lieber erst andere, bevor sie selbst aktiv werden.

72. Introvertierte sind schmerzempfindlicher (sensibler).

73. Introvertierte können sich nur schwer öffnen und erzählen nur wenig über sich selbst.

74. Introvertierte sind für andere Menschen sehr schwer zu lesen.

75. Introvertierte fühlen sich unwohl, wenn sie auf neue Leute treffen oder gar auf sie zugehen.

76. Introvertierte fühlen sich oft unterlegen, wenn sie auf Menschen mit mehr Erfahrung treffen.

77. Introvertierte werden unruhig, wenn sie zu viele Dinge auf einmal erledigen sollen.

78. Introvertierte werden nervös unter Beobachtung. Sie können ihre Leistung nicht abrufen, wenn sie sich beobachtet fühlen.

79. Introvertierte mögen keine gewalttätigen Filme.

80. Introvertierte verlieben sich schneller und heftiger.

81. Introvertierte haben ein geringeres Selbstbewusstsein. Das ist jedoch nur eine indirekte Eigenschaft, die durch die negative Einstellung der Gesellschaft zur Introversion hervorgerufen wird.

82. Introvertierte lächeln weniger. Sie sind nach innen gerichtet und laden die Außenwelt daher mit ihrem Gesichtsausdruck nicht zu Reaktionen ein. Das geschieht unbewusst und heißt nicht, dass sie weniger glücklich sind.

83. Introvertierte gehen nicht aus sich heraus, weil sie in einigen Situationen gehemmt sind und grundsätzlich weniger Euphorie verspüren.

 

Gefühlte Eigenschaften

 
84. Introvertierte wirken unsozial, weil sie gern Zeit allein verbringen, anstatt unter Leute zu gehen.

85. Introvertierte wirken schüchtern, weil sie Augenkontakt meiden und ungern auf andere Menschen zugehen.

86. Introvertierte wirken passiv, weil sie etwas langsamer sind und vor allem wenig und erst spät reden.

87. Introvertierte wirken faul, weil sie langsamer sind, mehr Pausen benötigen und wenige Aufgaben gleichzeitig übernehmen können.

88. Introvertierte wirken langweilig, weil sie wenig reden und nicht so stark erlebnisorientiert sind.

89. Introvertierte wirken seltsam, weil man wenig über sie weiß.

90. Introvertierte wirken unglücklicher, weil sie weniger lächeln und weniger euphorisch sind.

91. Introvertierte wirken distanziert, weil sie wenig von sich preisgeben und gern Zeit allein verbringen.

92. Introvertierte wirken humorlos. Sie sind ernsthafter, gehen wenig aus sich heraus und bevorzugen etwas subtileren Humor. Das kann sie in einer Runde mit Extrovertierten humorlos erscheinen lassen.

Ähnliches findest Du auch in meinem Artikel 11 Vorurteile über Introvertierte.

 

Fazit

 
Keine dieser Eigenschaften ist ein definitives Kriterium für Introversion. Wie bereits eingangs erwähnt, können auch Extrovertierte einige dieser Eigenschaften aufweisen. Introvertierte werden sich jedoch sicherlich in 70% oder mehr der oben genannten Eigenschaften wiederkennen.
Für Außenstehende kann es allerdings schwierig sein, Introvertierte anhand dieser Merkmale zu erkennen, da sie sich oft verstellen.

Falls Dir unklar ist, zu welcher Richtung Du tendierst, kannst Du im Internet einen Selbsttest durchführen. Diese Tests führen nicht immer zu eindeutigen Ergebnissen, aber sie tragen sicherlich einen Teil zur Selbstfindung bei.

Test zur Introversion (deutsch)
Test zur Sensibilität – ähnliche Fragen (englisch)

Sind Dir weitere Eigenschaften aufgefallen, die typisch introvertiert sind? Oder bist Du mit der Liste vielleicht gar nicht einverstanden?

Mein Buch für Introvertierte

Mittlerweile habe ich übrigens ein Buch für Introvertierte geschrieben. Ab sofort ist es bei amazon verfügbar. Es heißt: „Kopfsache – Liebe den Introvertierten in dir“.

Für Schnellentschlossene:

Das Buch richtet sich an Introvertierte, die mit ihren Eigenschaften im Alltag noch Probleme haben. Mit „Kopfsache“ möchte ich aufzeigen, dass vieles eine Frage der Einstellung ist und jeder Introvertierte auch ein richtig gutes Leben führen kann. Mehr Informationen zu diesem Buch findest du hier.

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Über den Autor

Mein Name ist Patrick und ich bin introvertiert. Oft habe ich mir gewünscht, extrovertiert zu sein, bis ich meine Veranlagung besser verstanden habe. Mehr über mich, mein Buch Kopfsache, mein Projekt Healthy Habits.

Comments

  1. Hey Patrick, bin über den Artikel auf Spiegel Online und Dein Reiseblog auf diese Seite gestoßen – habe gerade den Intro-Test gemacht und gehöre wohl auch dazu. Das ist alles noch ganz neu, aber langfristig sicher eine hilfreiche Erkenntnis. Danke dafür.

    • Der Test hat dieselben Schwächen die sich auch bei vielen anderen solcher Tests finden.
      Den Fragen fehlt die ANgabe des Rahmens, der situativen Einebettung.
      Beispielsweise kann ich gut zuhören, oft bin ich aber auch gelangweilt von dem, was ich dann höre und werde ungeduldig. Weswegen eine Frage wie „Zuhören gehört nicht zu meinen größten Stärken.“ bei mir keinen Sinn ergibt.

      • Patrick says:

        Hallo Jan,

        alle diese Tests haben große Schwächen. Schließlich handelt es sich nur um eine Aneinanderreihung von vielen Fragen, die Du selbst beantworten musst. Und Menschen betrügen sich ja auch gern mal selbst.

        Letztendlich geben diese Tests aber einen guten Anhaltspunkt dafür, wo man auf der Intro- / Extroskala steht.

  2. Hallo, ich bin auf gleichem Wege wie Jens zu diesem Artikel gekommen. Finde die Liste echt toll und vor allem umfangreich, auch wenn einige Wiederholungen dabei sind. Mir ist zwar schon lange bewusst, dass ich introvertiert bin, aber noch nie hab ich eine so genaue (und treffende) Auflistung von Eigenschaften gesehen. Danke, super Leistung! Kannst du deine Quellen hierzu offenlegen?

    • Hallo Steffen,

      das Ganze ist nicht wahnsinnig wissenschaftlich. In der Richtung gibt’s aber ohnehin nicht viel Wissenschaftliches.
      Ich habe eine ganze Reihe von Büchern gelesen und die immer wieder erwähnten Eigenschaften zusammengetragen (und mich in dem meisten auch wiedererkannt).
      Die Bücher sind:
      – „Still“ von Susan Cain
      – „Die Macht der Introvertierten“ von Marti Olsen Laney
      – „Sind Sie hochsensibel“ von Elaine Aron
      – „The Introvert’s Way“ von Sophia Dembling

      .. und einige andere, die ich aber nicht so empfehlenswert finde wie die oben genannten.

  3. Hallo Patrick!

    Ich bin wie meine Vorredner auf deine Blogs aufmerksam geworden und hab mich in vielem wiedergefunden. Zum einen bin ich nach meiner Promotion für längere Zeit durch Asien und Australien gereist und habe vieles ähnlich empfunden. Zum anderen bin ich auch ein typischer Intro und mindestens 80% der Punkte auf deiner Liste treffen auf mich zu.

    Dass ich introvertiert bin, ist mir natürlich auch schon immer klar, aber momentan setze ich mich intensiver damit auseinander. Denn seit meiner Rückkehr bin ich nun auf Jobsuche und da steht mir diese Eigenschaft leider im Weg. Selbst wenn ich das Gefühl hatte, dass das Vorstellungsgespräch gut verlaufen ist, bekomme ich später die Absage. Und als analytischer Mensch führ ich dies auf mein introvertiertes Wesen zurück und das lässt in der Folge mein Selbstvertrauen schrumpfen (siehe Punkt 81). Je mehr ich mich damit nun auseinandersetze, desto wütender werde ich auch. Ich weiß, dass ich viel leisten kann und stehe dazu, ein Intro zu sein, aber leider wird das in unserer heutigen Gesellschaft nicht sonderlich geschätzt bzw. immer als Schwäche betrachtet.
    Fänd es interessant zu erfahren, wie du das Thema „Intro und Job“ betrachtest, auch wenn ich natürlich weiß, dass du dich als Selbstständiger in einer etwas anderen Situation warst bzw. bist. Vielleicht ne nette Anregung für deinen nächsten Beitrag 🙂

    Ansonsten vielen Dank; deine Blogs sind echt super!!!

    LG Sarah

    • Hallo Sarah,

      vielen Dank für diese Anregung. Ich habe mir das gleich als ein zukünftiges Thema für diesen Blog notiert.
      Wie Du schon geschrieben hast, bin ich selbständig, aber Vorstellungsgespräche sind mir trotzdem nicht fremd.

      Zum Einen habe ich selbst zwei Jobs gehabt, für die ich durch Vorstellungsgespräche gehen musste. Zum anderen habe ich als Unternehmer jahrelang etliche Gespräche mit Bewerbern geführt.

      Als Bewerber mochte ich diese Gespräche natürlich überhaupt nicht, finde aber, dass ich keine schlechte Quote hatte, also kann ich mich nicht so schlecht angestellt haben, auch als Introvertierter. Ich würde also gar nicht sagen, dass es unbedingt daran liegen muss. Es lässt sich für mich aus der Ferne aber auch nicht beurteilen.

      Aus Arbeitgebersicht muss ich zugeben, dass extrovertierte Bewerber im Durchschnitt schon etwas mehr Eindruck schinden. Sie können über Schwächen einfach besser hinweg reden. Wenn ich mal zurückdenke, so haben wir damals ein paar Leute eingestellt, bei denen wir uns im Gespräch total sicher waren, dass sie passen (und das hat sich später auch bewahrheitet). Das waren alles eher extrovertierte Leute.
      Wir hatten auch einige eher introvertierte Mitarbeiter, aber ich würde sagen, da war die Entscheidung nie ganz eindeutig. Später haben sie natürlich trotzdem durch Leistung überzeugt. Also, ja es ist schon etwas dran.

      Ich werde das Thema später sicher mal in einem oder mehreren Artikeln vertiefen, aber hier ist mein spontaner Gedanke dazu: Arbeitgeber wollen ja nicht grundsätzlich extrovertierte Mitarbeiter. Es ist ihnen eigentlich völlig egal (es sei denn in Verkaufsjobs o.ä.). Sie wollen Mitarbeiter, die motiviert sind, die selbständig arbeiten können, die mitdenken und sich einbringen, die die gleichen Werte teilen wie der Unternehmer, die effektiv und effizient sind, natürlich auch zuverlässig. Sie wollen jemanden haben, der das Unternehmen voran bringt. Das sind Dinge, von denen in Vorstellungsgesprächen wenig geredet wird. Der Interviewer will sie aber trotzdem herausfinden. Ich würde empfehlen, dass Du proaktiv auf diese Dinge eingehst und herausstellst, wie Du dem Unternehmen helfen kannst. Einige davon sind Stärken von Introvertierten (z.B. Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Ausdauer – siehe Liste).

      Lass Dich nicht von dem Gedanken kaputt machen, dass Menschen keine Introvertierten wollen oder mögen. Das glaube ich nicht. Ich weiß, dass ich vielen Menschen in den ersten Minuten oder Stunden seltsam erscheine – und in Vorstellungsgesprächen hat man ja nicht mehr Zeit – aber in meinem ganzen Leben habe ich immer viel Respekt von Leuten erfahren, die mich etwas besser kennen. Ich war in der Schule nicht besonders beliebt, aber meine Mitschüler hatten Respekt vor mir. Das war im Studium, im Job und als Chef genauso.
      Letztendlich werden wir (Introvertierte) gerade für viele unserer Eigenschaften ja gemocht. Daraus musst Du etwas machen.

      Viele Grüße,
      Patrick

      • Hallo Patrick,

        in diesem Zusammenhang würde mich deine Meinung zum Thema „introvertierte Verkäufer“ interessieren. Ich würde mich als solchen bezeichnen. Ich verfüge zwar über ein passables Fachwissen, aber mir fällt es schwer dieses offensiv und mit Begeisterung weiter zu vermitteln und so Menschen von einem Produkt zu überzeugen.

        • Patrick says:

          Hi Tom,

          ich vermute, für Introvertierte ist es schwerer, „irgendetwas“ zu verkaufen. Uns fällt es ja schon schwer, über irgendetwas zu reden. Wir können aber sehr gut und ausführlich reden, wenn uns ein Thema brennend interessiert und wir voll und ganz hinter einer Sache stehen.
          So stelle ich mir das auch beim Verkaufen vor: Es gelingt uns vermutlich gut, wenn wir voll hinter dem Produkt stehen. Wenn wir das nicht tun, wird es nur umso schwerer.
          Für mich selbst ist das auf jeden Fall so. Wie ist es bei Dir?

          Viele Grüße
          Patrick

          • Hallo Patrick,

            da hast du wohl recht.
            Es würde mir nie einfallen, einem Kunden etwas aufzuschwatzen nur um des Verkaufens willen.
            Mein Chef sieht das vermutlich anders. 😉
            Ehrlich gesagt sind mir die Bücher, die ich verkaufe, wichtiger als der Kundenkontakt. Aber ohne Job würde ich zum Eremiten. Auch nicht wirklich ideal. Oft fällt es mir schwer, das richtige Gleichgewicht zu finden, aber das Gefühl kennen wahrscheinlich einige hier.

            Tja, wie sagte ein österreichischer Bundeskanzler: „Es ist alles sehr kompliziert.“

            LG,
            Tom

    • Hallo zusammen 🙂

      Vorweg erstmal: ich bin richtig froh, diese Seite gefunden zu haben! Ich fühle mich plötzlich so verstanden 🙂

      Mir geht es auch so, dass ich mich mit dem Introvertiert-Sein erst so richtig beschäftige, seit ich arbeite. Seit dem steht mir das irgendwie öfter im Weg als vorher.
      In meinem Job z.B. gibt es zwei verschiedene Bereiche. Den Analyse-Teil mag ich sehr gerne und bin da, denke ich, auch wirklich gut. Leider folgt im Anschluss aber auch immer die öffentliche Vorstellung und Verteidigung der Ergebnisse. Und auch wenn ich das zu einem gewissen Grad natürlich mittlerweile gelernt habe, fällt mir das immer sehr schwer bzw. ich mache das einfach ungerne.
      Es besteht da viel Konfliktpotenzial mit meinem Vorgesetzten, der ein sehr extrovertierter Mensch ist. Es fängt schon damit an, dass er es unmöglich findet, dass ich lieber E-Mails schreibe statt zu telefonieren… Obwohl er wiederum schätzt, dass ich eine schnelle Auffassungsgabe habe und Zusammenhänge schnell erkenne.
      Insgesamt hat wahrscheinlich jeder extrovertierte Mitarbeiter genau so viele Stärken und Schwächen wie die Introvertierten, aber man hat halt doch oft das Gefühl sich selbst im Weg zu stehen und wünscht sich, dass man einfach mal anders auftreten könnte.

      Auf einen eventuellen Blog-Eintrag zum Thema Job wäre ich also auch sehr gespannt 🙂
      Und ich werde mich ab jetzt auf jeden Fall intensiver mit dem Thema beschäftigen und mir die Buchtipps mal ansehen. Danke dafür! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anna

      • Patrick says:

        Hallo Anna,

        schön, dass Du hier bist.

        Deine Erfahrungen im Job kenne ich gut. Unsere Schwierigkeiten fallen schnell auf, da sich die meisten Menschen mit diesen Dingen eben leichter tun (z.B. telefonieren, Small Talk, Ergebnisse präsentieren, diskutieren), daher werden sie als normal angesehen – und bei uns sind es dann eben Defizite.
        Zwar werden unsere Stärken hin und wieder auch hervorgehoben, aber sie scheinen in der Wahrnehmung nicht unsere Schwächen auszugleichen. Das ist schade. Aber da ist auch jeder selbst gefordert, die eigenen Stärken herauszustellen.

  4. Auf mich trifft fast alles zu, aber an einem Punkt musste ich echt lachen, als es hieß: „Introvertierte mögen keine gewalttätigen Filme“ weil es so gar nicht zu mir passt. ich schaue mir nämlich echt gerne Slasher-Filme an, aber wie oben angegeben treffen nicht alle Eigenschaften auf jeden zu 🙂

  5. Hallo Patrick,

    ich glaube, bei Punkt 80 irrst Du 😉
    Introvertierte können sich m.E. gar nicht schnell verlieben, weil sie erstmal Zeit brauchen, um einen anderen Menschen überhaupt kennen zu lernen, d.h. sie prüfen erst genau, ob ein anderer Mensch für eine Freundschaft (oder mehr) überhaupt in Frage kommt. Man merkt zwar immer relativ schnell, ob es passen könnte oder nicht. Aber bis aus der Zuneigung, die man auch für Freunde hat, ein Verliebtsein wird, dauert es doch eine ganze Weile. Bei mir jedenfalls….

    Viele Grüße
    Ulrike

    • Hi Ulrike,

      wie bei allen Eigenschaften hier: Es ist bei jedem anders.
      Aber es ist spannend, dass Du ausgerechnet auf Punkt 80 eingehst („Introvertierte verlieben sich schneller und heftiger.“)

      Dieser Aspekt war für mich nämlich ganz entscheidend, weshalb ich mich mit Introversion überhaupt auseinandergesetzt habe, denn ich hatte mich tatsächlich schnell und heftig verliebt und war damit sehr unglücklich.

      Eine Erklärung (ich glaube sie kam von Elaine Aron in ihrem Buch „Highly Sensitive People“): Menschen verlieben sich eher, wenn sie erregt/aufgeregt sind, z.b. in einer ungewohnten Situation. Hochsensible Menschen (sprich: die ursprüngliche Definition von introvertiert) verlieben sich schneller, da sie grundsätzlich häufiger und schneller erregt sind (nicht sexuell), man könnte auch sagen „stimuliert“.

      Mir hat es damals in der Situation sehr geholfen, zu verstehen, warum ich überreagiert habe.

      • Das ist interessant. Ich bin die Liste gerstern durchgegangen und habe bei diesem Punkt auch gestutzt: ich hatte das Gegenteil erwartet, wie Ulrike, musste aber feststellen, dass es erstaunlich genau auf mich zutrifft.
        Dabei sollte man aber das Verliebtsein (die Schwärmerei für jemanden) unbedingt von echter Liebe unterscheiden! Hier ist ja ersteinmal nur das „verknallen“ in jemanden gemeint.
        Da ich diese Phase gerade wieder durchmache, nutze ich sie gleich um darüber nach zu denken. Ich stelle mir meinen Kopf dann als ein Wasserbecken vor: ein Reiz (z.B. ein Stein der hineingeworfen wird) löst Wellen aus, die vielfach reflektiert und teilweise verstärkt werden. So reicht bereits eine leichte Zuneigung zu jemandem um Schmetterlinge im Bauch auszulösen, da ich diese positiven Gedanken immer hin und her wälze und sie mich nicht so einfach loslassen.
        Auf der anderen Seite bin ich auch in dieser Situation (zum Glück!) noch empfänglich für negative Charaktereigenschaften. Das heißt: wenn ich jetzt eine unsympathische Eigenschaft bei jemandem feststelle, so kreisen auch die in meinem Kopf hin und her und „neutralisieren“ nach einer Weile die anfängliche Verliebtheit. Wenn man aber jetzt jemanden zu flüchtig kennt, um irgendwelche unsympathischen Adern kennen zu lernen und man keine Aussicht auf eine nähere Beziehung hat, wird es natürlich schwierig. Da muss man halt warten, bis sich der Hormon-Cocktail wieder im normalen Bereich befindet (was durchaus etliche Monate dauern kann) und sollte sich seinen Gefühlen bewusst stellen (wie Herr Hoecker mal so schön gesagt hat: Rede mit deinem Bauchgefühl, aber höre nicht immer gleich darauf was es dir sagt).

        • Ja, ich unterscheide hier auch zwischen „verlieben“ und „lieben“. Die negativen Eigenschaften nehme ich in der Phase auch wahr, allerdings half mir das bisher nicht dabei, die Gefühl zu „neutralisieren“ 😉

        • Patrick says:

          Hallo Julia,

          dein Kommentar, beziehungsweise deine Metapher des Wasserbeckens, war für mich gerade wie ein Schlag ins Gesicht. Ich erlebe gerade genau so eine „schnell und heftig verliebt“-Phase (genau eine Woche kenne ich das Mädchen und bin verliebt bis über beide Ohren) und die Idee mit den einander aufschaukelnden Wellen passt einfach perfekt. Danke dafür 🙂

  6. Ich weiß gar nicht, wie oft mir in den letzten Jahren gesagt wurde: „Lächel doch mal“… Danke für diese ausführliche Liste, in der ich mich so sehr wiederfinde!!!

  7. Super Liste! Wird endlich mal Zeit, dass die Stärken der Introvertierten mehr geschätzt werden. Das Video hier finde ich dazu sehr gut:
    http://www.ted.com/talks/lang/en/susan_cain_the_power_of_introverts.html

  8. Hallo Patrick,

    nur eine kleine Anmerkung. Über Punkt 36. bin ich schon vor einer gestolpert:
    „36. Introvertierte sind Tagträumer. Sie erleben die Welt nicht so intensiv wie Extrovertierte, sondern richten sich an die innere Welt der Gedanken.“
    Der Teil „erleben die Welt nicht so intensiv“ passt irgendwie gar nicht zum ganzen Rest des Artikels, wo betont wird, dass Intros sensibler sind, mehr Infos aufnehmen etc.
    Ich würde also eher das Gegenteil schreiben: Da sie die Welt so intensiv erleben, lösen wenige Reize schon alle möglichen Gedanken/Assoziationen aus. Das führt dann zum Tagträumen.

    Was meinst du dazu? Weißt du auch noch aus welcher Quelle der Punkt stammt? Dann kann ich das vielleicht noch mal nachlesen.

    Viele Grüße
    Julia

    • Patrick says:

      Hey Julia,

      interessanter Punkt. Ich bin darüber letztens selbst auch mal gestolpert 🙂
      Ich denke der Schwerpunkt liegt auf dem Wort „erleben“. Wir erleben sie vielleicht mehr im Kopf, während stark Extravertierte sie eher „ausleben“.

      Vielleicht formuliere ich das noch mal anders.

      Ich weiß leider nicht mehr, woher das stammt. Aber ich lese demnächst die Bücher zum Thema noch einmal.

  9. Maeggie says:

    Hallo,
    ich musste seit langer Zeit mal wieder nach diesem Thema googeln. Deine Aufzählung finde ich vollständig und gut gelungen.
    Ich bin auch ein introvertierter Mensch, war auch früher sehr schüchtern. Diese Schüchternheit habe ich mit den Jahren ziemlich abgelegt.
    Aber heute hat mich eine Kollegin – ohne böse Absicht eigentlich (zumindest hatte sie keinen Grund) – ganz schön aus der Fassung gebracht. Sie meinte, ob ich überhaupt lebendig sei und z. B. auch, ich wäre wie ein stillgelegter (an das Eigenschaftswort kann ich mich nicht mehr genau erinnern) Tümpel. Das Ganze war eigentlich schon fast ne Beleidigung.
    Ich weiß nicht, wie sie überhaupt auf das Thema kam. Später hat sie sich dann so ein bisschen entschuldigt. Und sie wollte mich ja nur aus der Reserve locken. Man könnte sich ja mit mir unterhalten, wäre ja nicht so schlimm. Je mehr sie geredet hat, desto schlimmer hat sie es eigentlich gemacht.
    Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich finde, dass die introvertierten Menschen eigentlich meist die besseren Menschen wären (*dummguck* von ihr) und dass ich kein Tümpel wäre, sondern ein ruhiger, klarer Bergsee (wenn schon solche Vergleiche sein müssen).
    Ich fand ihr Verhalten doof, aber hat mal wieder bestätigt, dass die Extravertierten eher anerkannt und Introvertierte eher als falsch angesehen werden.
    Das Thema wird mich heute noch eine Weile beschäftigen.
    Grüße
    Maeggie

    • Patrick says:

      Hallo Maeggie,

      ich hoffe Du hast Deine Fassung mittlerweile wiedergefunden.
      Mit solchen Situationen wird man zwar selten – aber hin und wieder eben doch – konfrontiert. Im Zweifel würde ich der anderen Person in diesem Fall einfach mangelnde Reflexion unterstellen. Deinen Konter (klarer Bergsee vs. Tümpel) mag ich sehr 🙂

  10. Hallo Patrick vielleicht auch alle anderen Introvertierten.
    Ich bin auf diese Seite gestoßen, weil ich meine Tochter gerne besser verstehen möchte. Sie ist 11 Jahre, und ich würde sagen (obwohl es ja von außen eher schwer erkennbar sein soll), 80 % der beschriebenen Eigenschaften treffen genau auf sie zu. (Das mit dem Verlieben hat ja Gott sei dank noch etwas Zeit…:-))

    Das Antrengende für sie bin wahrscheinlich ich als Mama. Ich liebe es, mich mit Menschen zu treffen, bin ständig mit jemandem verabredet, brauch Trubel und Familie um mich herum.
    Und meine Kleene ist zu Hause, liest stundenlang, hört Musik oder schaut fern. Wenn Ferien sind, dann verabredet sie sich NIE!!!. Niemals ruft sie irgendwo an, aber sie wird auch kaum kontaktiert. Und das ist für mich einfach so furchtbar unverständlich.
    Als Eltern macht man sich natürlich so seine Gedanken: Hat sie eigentlich richtige Freunde, genießt sie ihr Leben, sind wir zu langweilig, ist ihr Leben so unspannend, also kurz und gut: was machen wir falsch?
    Nachdem ich jetzt die Liste gelesen habe geht es mir irgendwie besser. Aber ich würde unheimlich gerne wissen, wie ich ihr begegnen soll ohne ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht „normal“ ist. Was ich ja gar nicht sagen will, aber ich befürchte, das kommt bei ihr so an, weil ich ständig frage,“ warum sie sich nicht verabredet, ob ihr langweilig ist, ob sie nicht mal rausgehen will, ob sie glücklich ist….“
    Puuuuh!!! Versteht ihr mich irgendwie?

    • Patrick says:

      Hallo Uli,

      danke für Deinen Kommentar!

      Von dem was Du schreibst, kann es schon gut sein, dass Deine Tochter introvertiert ist. Das kommt mir jedenfalls bekannt vor.
      In erster Linie finde ich wichtig, dass Du Deiner Tochter nicht Dein Verständnis von einem spannenden Leben / Freude / Glück überhilfst. Damit geht sicherlich auch einher, dass Du weniger Fragen stellen solltest, die suggerieren, dass mit ihr irgendetwas nicht stimmt (nur weil Du eine andere Auffassung hast).

      Aber Experte für introvertierte Kinder bin ich natürlich auch nicht 🙂
      Schau mal, hier im Forum wurde darüber schon einmal diskutiert: http://www.introvertiert.org/forum/discussion/comment/720#Comment_720

      Viele Grüße,
      Patrick

  11. Maeggie says:

    Hallo Uli,
    ich finde, es kommt bei dir in der Nachricht schon etwas rüber, dass dir deine Tochter „unheimlich“ ist oder dir nicht normal vorkommt. Aber lass sie doch!
    Introversion ist doch keine Krankheit! Ist so normal wie Extroversion – nur leider nicht so angesehen bei den Extrovertierten.
    Ich hab auch eine sehr quirlige Kollegin (nicht die, über die ich hier geschrieben hab). Sie kann nicht verstehen, dass ihre Mutter gern alleine daheim ist. Sie versucht sie immer, zu irgendwelchen Aktivitäten zu animieren. Und ich als Introvertierte sage ihr dann immer: „Wenn sie es doch so möchte!“ Die Mutter hat sich z. B. ein größeres Fernsehgerät von ihren Kindern zum Geburtstag gewünscht – sie bekam dann natürlich etwas anderes. Ich glaube, ein Fahrrad, damit sie mehr unter die Leute geht :-(.
    Falls du deiner Tochter etwas Gutes tun möchtest: Ich finde, eine beste Freundin sollte jedes Mädchen haben. Vielleicht kannst du in diese Richtung mehr forcieren.
    Grüße
    Maeggie

  12. Tabea says:

    Hallo Patrick
    Ich habe gerade deine Seite entdeckt. Besten Dank für die gesammelten Eigenschaften von introvertierten Menschen. Der Test wäre nicht mehr nötig gewesen, es war schon nach diesem Artikel klar. Trotzdem habe ich es geschafft den Höhepunkt von Introversion zu erreichen. Ich bin mir nicht im Klaren, wie ich mit meinen 20 Jaren damit umgehen kann, werde also weiterhin deine Beiträge lesen. Besten Dank nochmals für deine Arbeit. Ich weiss nun, dass ich damit nicht alleine bin. Liebe Grüsse

    • Patrick says:

      Hallo Tabea,

      alleine bist Du damit mit Sicherheit nicht. Wir Intros müssen uns nur finden.
      Und da hilft hoffentlich dieser Blog und das Forum: http://www.introvertiert.org/forum

      • Papillon says:

        Hallo Patrick,

        zunächst mal: du hast hier eine echt gute Seite gemacht – Danke.

        Und dann meine Gedanken:

        Introversion ist ja eine Eigenschaft aus den „Big 5“ der Psychologie: Extraversion, Neurotizismus, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit für neue Erfahrungen. Jeder von uns hat ja einen recht individuellen Mix aus diesen Eigenschaften.

        Einige Eigenschaften oben wie z. B. „Introvertierte sind sehr genau. Sie machen keine halben Sachen, sondern möchten das bestmögliche Ergebnis abliefern. Sie neigen zum Perfektionismus.“ erinnern mich eher an die Gewissenhaftigkeit, weniger an die Extraversion bzw. hier eher Introversion.

        wie siehst du das?

        • Patrick says:

          Hallo,

          ja, sehe ich im Prinzip genauso. Extroversion – Introversion ist nur ein Aspekt der Persönlichkeit. Der Einfachheit halber betrachte ich hier aber nur Introversion, weil mir alles zusammen zu komplex ist. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass einige Eigenschaften typischer „intro“ sind als andere.

          Viele Grüße,
          Patrick

          • Hallo Patrick,

            Ich glaube, du hast Papillon nicht ganz verstanden. Introversion ist ja in der Persönlichkeitsforschung ein klar definiertes und ausführlich dokumentiertes Phänomen. Zu diesem Phänomen gehören Eigenschaften wie Perfektionismus und Genauigkeit jedoch nicht dazu, denn die haben ihr eigenes Phänomen, nämlich wie von ihr/ihm erwähnt die Gewisssenhaftigkeit. Die ist völlig unabhängig von Introversion. Wenn jemand introvertiert ist, sagt das gar nichts darüber aus, wie mehr oder weniger gewissenhaft diese Person ist.

            Vielleicht solltest du klarer trennen, was denn nun zu Introversion gehört und was nicht? So eine lange Liste ist schön und gut, aber wenn dort dann Sachen mit drin sind die keine Zusammenhänge mit Introversion haben, ist das ja auch irgendwie doof.

          • Hi Lars,

            ich habe die Liste für mein Buch aus genau diesem Grund schon deutlich gekürzt. Aber auch da wird es noch Eigenschaften geben, die nicht eindeutig nur Introversion zuzuordnen sind. Ich denke, einige Übergänge sind fließend und verschiedene Persönlichkeitsmerkmale bedingen einander (also führen in Kombination zu gewissen Eigenschaften).

  13. Hallo Patrick

    Nachdem ich deine Beschreibung über die 92 Eigenschaften von Introvertierten gelesen habe, konnte ich mich selbst damit indetifizieren. Ich habe mich nie gross damit auseinander gesetzt, aber muss doch feststellen, dass die meisten Eigenschafen ganz genau zu den introvertierten Menschen zutreffen.

    Danke für diese genaue Beschreibung über ein Thema, das meistens irgendwie todgeschwiegen wurde.
    Das wird mir helfen, irgendwie besser damit umzugehen und das Beste daraus zu machen.

    Viele Grüsse
    Mário

  14. Christian says:

    Wow!
    Wie oft und wie lange (trotz oder eben wegen Beziehung?!?) dachte ich an das Gefühl, endlich „zu Hause“
    anzukommen. Ich denke, mit dem Kauf und dem Gefühl des Begehrens der darin enthaltenen Ansichten, könnte es geschehen.
    Ich werde nicht meinen Lebenslauf hier hin posten, obwohl dieser heraus will, und sicher interessiert gelesen werden wollte.
    Aber Essenziell, warum ich hier meine Meinung teile, ist:
    Das Buch bei Amazon gesehen; zufällig im WH-Deals. Da stöber ich leider immer gerne. Und es ist bunt gemischt. Da ich irgendwo im Nichthineinpassen- Modus des Lebens hänge, zwischen Depressionen, ADS und Intro, versuche ich seit meiner Trennung den Schmerz zu verstehen. 92 Punkte, warum es nicht so schnell geht 🙂
    Ich war kurz hier, und las folgendes:“ So stelle ich mir das auch beim Verkaufen vor: Es gelingt uns vermutlich gut, wenn wir voll hinter dem Produkt stehen. Wenn wir das nicht tun, wird es nur umso schwerer.“
    Ich hatte keine Ahnung von dem Buch, dennoch sagte ich vor kurzem zu einem Bekannten: Ich wollte schon in Ni*e-Factory-Outlet fahren (TM- Marke) und den Storemanager fragen, wie er das macht, und ob er hinter der Marke hundertprozentig steht.

    Lieber Patrick: Danke, das du es geschafft hast, eben dies zu tun: Einen Wegweiser zu schaffen. Ich musste bei dem 2015er Lets Rutsch eines Youtubers feststellen, dass auch er genau das ist: Introvertiert. Erklärt zumindest, warum ich ihn auch als Mittdreißziger gerne lausche.
    So langsam wird ein Schuh draus…

    Und wie ich mir sehr oft selber sage, an alle, die mit sich selbst beschäftigt sind:
    Öfter mal wachbleiben 😉
    Vorerst alles Gute!

    Christian

    • Patrick says:

      Hi Christian,

      vielen Dank für deinen motivierenden Kommentar!
      Welchem Youtuber lauschst du denn gern?

      Viele Grüße
      Patrick

  15. Christian says:

    Hey Patrick!
    Bist ja schnell unterwegs. Habe gestern das erste Kapitel gelesen, zur Ablenkung „Gronkh“ geschaut (Die Info mit dem „Aha-Effekt“) und hier noch einige Punkte erlesen. Somit ziemlich überstimuliert, alsdass ein Re- meine Tastatur verlassen konnte.
    Für mich ist der erste Schritt immer so ein Bergmassiv, weshalb ich es meist sein lasse. Schrecklich manifestiert. Angst vor Enttäuschungen beiderseits, vorsicht meinerseits.

    Möchte nun doch zu einem spannenden Buch zurückkehren, welches mich nicht in die Fantasie führt, sondern in mich selbst -Es ist halt alles Kopfsache 😉 Ebenso das kürzen des Textes…
    Merkwürdig bleibt, dass ich seit zwanzig Jahren nachdenke, die das-dass Schwäche zu entfernen… aber wohl eher, im eigenen Gleichgewicht anzukommen. Super, der Verstand dreht durch; er denkt, er denkt…

    Mit lieben Grüßen
    Christian

  16. Hallo Patrick,

    zunächst einmal finde ich dass dir durchaus ein interessanter Beitrag gelungen ist.

    Allerdings machst du bei sehr vielen Eigenschaften den fundamentalen Fehler klare Grenzen zu ziehen.

    „Introvertierte Menschen mögen keine gewalttätigen Filme“. Das ist ja lachhaft, nahezu lächerlich und ich denke du projeziertst bzw. verallgemeinerst deinen eigenen Charakter auf alle introvertiert veranlagten Menschen.

    Nächstes Beispiel: „introvertierte sprechen sehr langsam“ Völliger Unsinn es auf eine Introvertiertheit zu reduzieren. Ich spreche bspw sehr schnell, fast zu schnell was daran liegt dass ich ein sehr visuell fixiertes Gedächtnis habe und die Verbindung zum Sprachzentrum viel schneller geknüpft wird.

    Noch eins. Ich schaue wenn ich mich ernsthaft mit Menschen unterhalten will diesen auch sehr intensiv in die Augen und ich gehe gerne Feiern ohne mich auch nur im Geringsten unwohl zu fühlen. Ich brauche danach aber meine Ruhe um meinen Akku wieder aufzuladen.

    Meine Introvertiertheit ist eine Gabe, sie ist wie eine Macht die mir einen tiefen Frieden verleiht und mich selbstbewusst und stark macht. Wo andere Menschen sich von Materialismus und Statussymbolen abhängig machen fühle ich mich frei und deshalb oft überlegen.

    Wenn du schon solch TEILWEISE hahnebüchenen Thesen zum Besten gibst solltest du dich mal annähernd mit den fließenden Grundzügen der Psychologie auseinandersetzen.

    Dennoch, lieben Gruß 😉

  17. Ich möchte dir erst mal danken: Danke. Dein Blog hat mich besser verstehen lassen, was es bedeutet, introvertiert zu sein. Durch ein Video auf YouTube kam ich auf das Thema und habe ein wenig recherchiert. Die von dir zusammen gestellte Liste ist die Beste, was Google auf den ersten Blick zu bieten hat, zwar wiederholen sich einige Charakteristika, trotzdem ist es eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob man eben introvertiert ist.
    Als kleines Kind dachte ich immer, ich wäre „komisch“, gehöre nicht dazu, habe mich verstellt, damit ich den Anforderungen der Menschen um mich herum gerecht werde. Habe hier auch den Eintrag über den Augenkontakt gelesen und dachte mir nur: Irgendwoher kenne ich das.
    Wohl kenne ich Leute, die die Sache mit Ex- und Introvertiertheit nicht können bzw. wollen, wenn sie es nach einer Erklärung dann immer noch nicht verstehen, empfehle ich ihnen deinen Blog, um sich ein bisschen schlau zu lesen. Leider lässt das die meisten auch nicht über ihr Verhalten nachdenken, schade.
    Dennoch gibt es Dinge, die gar nicht auf mich zutreffen oder überhaupt nicht vorhanden sind. Schwer zu erklären, aber dadurch, dass ich jetzt weiß, dass es nichts bringt, sich zu verstellen und das auch nicht reversibel ist, fühle ich mich stärker, das verleiht mir Selbstbewusstsein – nun kann ich ohne zögern sagen: Ich bin nicht schüchtern, ich bin ein kontinuierlicher Beobachter, ich denke nach, bevor ich meinen Mund öffne und Gesellschaft strengt mich an.
    Wünsche einen schönen Tag, J.

    • Patrick says:

      Hallo Pardo,

      schön, dass du dich stärker fühlst. Ich freue mich immer, wenn meine Texte zu positiven Veränderungen führen. Auch, wenn nicht alles auf jeden zutrifft. Diese Liste ist sehr breit, auf mich trifft nicht alles zu.

  18. Norbert says:

    Ich bin zufällig auf diese Seite gekommen. Als ich die Liste gelesen habe, habe ich mich sofort wieder erkannt – bis auf einige Ausnahmen. Bei einem Gespräch schaue ich meinem Gegenüber in die Augen, ich liebe Horrorfilme. Ich hasse Einladungen, der Gedanke an etwaige Umarmungen bei der Begrüssung treibt mir den Angstschweiss auf die Stirn. Ich kann mich auch nicht an Gesprächen beteiligen, deren Thema mich nicht interessiert. Bei Themen die für mich Interessant waren, lief ich förmlich auf Höchstform auf. Ich brauche auch mein Alleinsein, daraus schöpfe ich meine Kraft. Als ich Kind war, hörte ich oft den Satz, ich solle doch mehr aus mir “ Herausgehen“, ich habe gar nicht begriffen was damit gemeint war. Im Beruf war ich als der „Schweiger“ bekannt. Ich denke nach , bevor ich etwas sage, und ich bin ein sehr guter Beobachter.

  19. Hallo Patrick,
    deine Liste finde ich super. Ich kann mich eigentlich zu 100 % wiedererkennen und habe erst vor einem halben Jahr erfahren, dass ich introvertiert bin, obwohl ich schon über 40 bin. Habe also schon eine lange Leidenszeit hinter mir, in der ich in den meisten Gruppen eine Aussenseiterin war. Nur in kreativen Gruppen gelingt es mir Anerkennung zu bekommen. Party’s mag ich überhaupt nicht. In den regelmässigen Teamsitzungen auf der Arbeit bin ich die Schweigerin. Ich fand es bis vor kurzem auch nicht normal, dass andere auf eben erst angesprochene Themen, so gut antworten können ohne vorher darüber nachzudenken.
    Das hat mir in meinem Beruf viel Frustration von anderen eingebracht. Und es ist extrem enttäuschend, dass ich nach 10 Jahren Berufserfahrung einfach nicht ankommen kann im Beruf. Ich versuche sehr perfektionistisch und sorgfältig zu arbeiten, gebe mein Bestes und harke eine erledigte Arbeit nach der anderen ab. Trotzdem ist es nie genug und es gibt keine Anerkennung. Ich kann mir auch nicht vorstellen in irgendwelchen anderen Berufen anzukommen. Da man ja überall reden muss auf anhieb. Die Gesellschaft hat dafür null Verständnis und es ist ihr auch nicht klar, dass jeder von irgendwas leben muss, also arbeiten gehen muss.
    Ich kann mir auch keine Horrorfilme anschauen. Aus diesem Grund habe ich auch nicht mal einen Fernseher oder eine Zeitung abonniert, weil die negativen Nachrichten, von denen man täglich hört schon genug sind. Ich brauche viel Zeit, manchmal Wochen, um erfahrene Erlebnisse zu verarbeiten und abzulegen. Daher meide ich auch viel unter Menschen zu gehen. Ich bin gerne alleine und habe damit kein Problem. Ich geniesse das sogar sehr, da ich daraus Energie gewinne. Spontan Reden geht gar nicht, ausser ich rede mit einem vertrauten Menschen über mich selbst. Es klappt aber gut, wenn ich mich auf eine Rede vorbereiten kann. Wenn ich selber rede, schaue ich dem anderen nicht in die Augen, da ich sehr stark visuell bin und darüber Informationen bekomme. Dann kann ich mich nicht auf’s Reden konzentrieren. ¨
    Ich habe mich in der Vergangenheit auch immer sehr schnell verliebt ohne die Person zu kennen. Meistens hat sich einfach die Anhangdrüse im Kopf im Bewegung gesetzt und mit jemanden richtig kennen, hatte das nichts zu tun. Das schlimme daran war für mich, das ich die Verliebtheit elend lange nicht losgeworden bin. Das heisst ich habe bei den meisten Lieben jeweils 1 bis 3 Jahre dran gesessen ohne dass ich irgendwelche Zuwendung von der anderen Person bekommen habe. Meistens konnte ich das nur verarbeiten, wenn ich die Person nicht mehr gesehen habe. Bei den Männer, die mir ihre Zuwendung gegeben haben, hat sich dann die Anhangdrüse überhaupt nicht in Bewegung gesetzt. Ich bin eine gute Beobachterin. Ich lerne besser, wenn auch mit Bildern und Graphiken gearbeitet wird.
    Vielen Dank Patrick für deine ausführliche Liste

  20. Hallo Patrick,
    Danke für deine Auflistung! Erstaunlich viele Punkte treffen auf mich zu und lassen mich meine Persönlichkeit mit anderen Augen sehen und erkennen.
    Was mich in diesem Zusammenhang sehr interessieren würde:
    Ich selbst hasse Achterbahnfahren (passiv). Im Gegensatz zum schnellen Auto- oder Motorradfahren (aktiv als Fahrerin). Da brauche ich zwar immer die Gewissheit, möglichst viele eventuelle Gefahren ausgeschlossen zu haben, aber dann kann ich es genießen.
    Im kompletten Gegensatz zum Achterbahnfahren oder auch Fliegen.
    Die visuellen und taktilen Reize in Verbindung mit „was könnte passieren-Gedanken“ bringen mich fast zur Panik.
    Geht das vielen introvertierten Menschen so?
    Danke für deine Arbeit und viele Grüße
    Lena

    • Patrick says:

      Hallo Lena,

      ich weiß nicht, ob das typisch introvertiert ist. Ich vermute, nicht. Es klingt so, als könntest du den Kontrollverlust nicht so gut ertragen. Das geht mir genauso und vermutlich den meisten Menschen. Obwohl Autofahren gefährlicher ist als Fliegen oder vermutlich auch Achterbahnfahren, haben wir dabei das Gefühl von Kontrolle. Mehr als ein Gefühl ist es zwar nicht, aber reicht offenbar schon 🙂

  21. Hallo Patrick,

    eine schöne Seite hast du hier.
    Das ich Intro bin, weiß ich schon immer. Bzw. ich war schon immer schüchtern zurückhaltend usw. und habe den passenden Ausdruck dafür erst später entdeckt.

    Ich lebe gut damit, ich kann mich anderen Leuten erklären (dass ich eben eher der ruhigere Mensch bin, dass mich viele Leute auf einmal anstrengen usw.). Soweit musste ich allerdings erst mal kommen – dass ich das erklären kann.

    Und seither fühle ich mich auch richtig wohl in meiner Haut.

    Danke für diese wundervolle Liste…

  22. Franzi says:

    Hallo Patrick,
    auch ich möchte dir für diese Liste danken. Nun weiß ich, dass es weder merkwürdig noch komisch ist, wenn mir oft viele Sachen „zu bunt“ vorkommen, oder dass ich lieber alleine bin und ungerne rede uvm. . Alles Eigenschaften die von meinen Klassenkameraden oft kritisiert und als „uncool“ abgehakt werden.
    Durch diese Liste kann ich endlich die positiven Seiten dieser Kriterien erkennen und stolz drauf sein.
    Vielen herzlichen Dank dafür.
    Franzi

  23. Hallo Patrick,

    ich habe bereits nach der halben Liste angefangen zu weinen, weil mich die Bestätigung in dem was ich gelesen habe überwältigt hat.
    All diese Dinge unbewusst zu leben und dann Zusammenhang zu sehen hat mich total aus meinen Socken gehauen.
    Dazu muss ich sagen, dass ich zur Zeit aus finanziellen Gründen mit meiner Schwester zusammen wohne, die extrovertierter nicht sein könnte.
    Jeder Tag fühlt sich wie ein Spießrutenlauf an. Es sind jetzt acht Monate und ich habe gelernt besser damit umzugehen. Jedoch habe ich mich schon lange nicht mehr ausgeglichen gefühlt, wie es nun mal ist wenn man „Symptome“ behandelt aber nicht die „Krankheit“ selbst. Damit meine ich eine eigene Wohnung zu finden.
    Folgendes ist immer präsent wenn ich sie um mich habe:
    – Geräusche, überwiegend Fernsehen oder anderes Plappern (häufig laut),
    ein Gespräch hat sogar ergeben, dass sie sogar Geräusche benötigt wenn sie ein Buch nur zum Vergnügen ließt.
    – Ihr Drang danach Dinge gemeinsam zu erledigen z.B. einkaufen, putzen, lernen, feiern, fernsehen, Behördengänge, …..
    – Unordnung, allgemein hat kein Gegenstand einen festen Platz

    Ich habe nie verstanden warum mich anderer Leute Unordnung so sehr stört – bis jetzt.
    Als Frau zu sagen, dass man Shoppen hasst löst IMMER Unverständnis aus.

    – ich habe nur 7 mal darüber nachgedacht den Kommentar doch nicht abzuschicken 🙂

    Danke für die Arbeit an dem Blog 🙂
    liebe Grüße
    Olga

    • Patrick says:

      Hi Olga,

      schön, dass du den Kommentar doch abgeschickt hast. Hat ja letztendlich doch nicht weh getan, was? 🙂

  24. Hallo Patrick, danke für diese wirklich sehr umfassende Liste mit Eigenschaften von introvertierten.
    Ich finde es gut, dass du für die Leute die noch nicht wissen in welchen Bereichen sie introvertiert sind, diese Liste angefertigt hast. Besonders weil sie so umfassend ist, werden sich bestimmt einige Leute wiedererkennen. Einige der Eigenschaften treffen natürlich auch auf mich zu und von manchen wusste ch vorher sogar noch nichts.
    Den einzigen Kritikpunkt den ich habe ist, dass ein paar der Eigenschaften doppelt vorkommen.

    Liebe Grüße
    Arne

  25. Hi!

    Ich finde diesen Blog extrem interessant und verweile nun schon seit Stunden hier, lese und kommentiere (ich habe allerdings gerade aucgmh die Zeit dazu, da ich krank bin).

    Die Liste finde ich spannend, ich würde sagen, dass ich mich zu etwa 50% wiedererkenne. Was ja gut zu meiner Ambiversion passt. Sie entdecken auch eher Fehler.

    3. Introvertierte sind sehr gewissenhaft und verantwortungsbewusst. Ihnen ist wichtig, eine Aufgabe korrekt zu erledigen und Fehler zu vermeiden.
    -> Trifft zu. Ich bin auch sehr genau und achte auf Details.

    4. Introvertierte sind zuverlässig. Wenn sie etwas ankündigen oder versprechen, dann machen sie es meist auch.
    –> Größtenteils ja.

    5. Introvertierte sind pünktlich. Es ist ihnen unangenehm, wenn andere Menschen auf sie warten müssen.
    –> Trifft zu.

    6. Introvertierte bringen andere Menschen nicht in unangenehme Situationen. Wenn es sich doch nicht vermeiden lässt, leiden sie unter Schuldgefühlen.
    –> Stimmt.

    8. Introvertierte sind sehr kenntnisreich. Vor allem in der Tiefe sind sie gut informiert. Wenn sie sich für ein Thema interessieren, saugen sie das verfügbare Wissen förmlich auf.
    –> Ja, leider vergesse ich mit der Zeit auch wiedee einiges. Auch wenn ich mich intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt habe.

    10. Introvertierte hinterfragen vieles. Anstatt Informationen einfach hinzunehmen, hinterfragen sie oft die Bedeutung. Das trifft auch auf ganz einfache Alltagssituationen zu.
    –> Geht mir auch öfter so, ja. Und nur weil „man“ das so macht, muss ich es nicht auch so machen.

    18. Introvertierte sind vorausschauend. Sie neigen dazu, nicht nur die positive Seite zu sehen, sondern erkennen schon frühzeitig mögliche Probleme. Dadurch wirken sie oft pessimistisch.
    –> Das wirft mir mein Freund manchmal vor.

    19. Introvertierte können gut planen. Sie versuchen, zu viele Überraschungen in ihrem Leben zu vermeiden. Das funktioniert am besten mit viel Planung.
    –> Vieles plane ich in der Tat. Sogar den Speiseplan für die kommende Woche aus finanziellen Gründen. Jedoch nicht meine komplette Zukunft. Ich lebe sehr im Hier und Jetzt und beschäftige mich eher weniger damit, wke es in 10 oder 20 Jahren ausschauen könnte.

    23. Introvertierte gehen vom Guten im Menschen aus. Das heißt nicht, dass sie anderen Menschen früh vertrauen, aber sie gehen eher davon aus, dass andere Menschen gute Absichten verfolgen.
    –> Stimmt.

    25. Introvertierten sind selten gelangweilt. Auch wenn es so aussieht, als würden sie nichts tun, fühlen sie sich wohl in ihren eigenen Gedanken. Introvertierte können sich gut mit sich selbst beschäftigen.
    –> Stimmt.

    27. Introvertierte sind vorsichtig. Sie gehen weniger Risiken ein, die sie nicht einschätzen können.
    –> Richtig. Aber nicht in allen Bereichen.

    30. Introvertierte können sich tief konzentrieren. Wenn sie an einer Problemstellung arbeiten, können sie sich in ihr vertiefen.
    –> Absolut, ich kann in dem, was ich tue, regelrecht versinken.

    31. Introvertierte sind sehr genau. Sie machen keine halben Sachen, sondern möchten das bestmögliche Ergebnis abliefern. Sie neigen zum Perfektionismus.
    –> Oh, ja. Treffer.

    33. Introvertierte sind weniger materialistisch. Sie wenden sich eher ihrem Innenleben zu als externen Dingen. Daher sind ihnen Statussymbole weniger wichtig.
    –> Trifft zu.

    35. Introvertierte sind nachdenklich. Sie denken über neue Einflüsse von außen intensiv nach – bleiben aber hin und wieder in ihren Gedanken gefangen.
    –> Stimmt.

    37. Introvertierte haben wenige Freunde. Ihr soziales Umfeld ist wesentlich kleiner als das von Extrovertierten. Allerdings legen sie großen Wert auf enge Freundschaften. Qualität geht vor Quantität.
    –> Stimmt.

    40. Introvertierte sind gern allein. Sie sind auch gern unter (wenigen) Menschen. Aber sie brauchen beides und genießen ihre Zeit für sich.
    –> Stimmt, ich bin aber auch gern unter vielen Menschen und gehe gern auf Stadtfeste, auf Konzerte etc…

    42. Introvertierte gehen nicht gern Shoppen. Einkaufen ist anstrengend durch viel Stimulation und viele Menschen.
    –> Auch ich finde das sehr anstrengend, ja. Hinterher bin ich völlig platt.

    45. Introvertierte arbeiten gern ohne Unterbrechung. Da sie mit ihren Gedanken arbeiten, werden sie ungern unterbrochen. Im modernen Büroalltag ist das jedoch keine Selbstverständlichkeit und kann negativ wahrgenommen werden.
    –> Stimmt

    51. Introvertierte neigen zu Schuldgefühlen. Wenn sie das Gefühl haben, einem anderen Menschen Umstände zu bereiten oder ihn falsch behandelt zu haben, leiden sie schnell unter einem schlechten Gewissen.
    –> Richtig.

    66. Introvertierte neigen dazu, über einige Dinge zu viel nachzudenken.
    –> Ja! Man hat mir das auch schon mehrfach gesagt.

    69. Introvertierte meiden Augenkontakt – vor allem beim Sprechen.
    –> Das fällt mir schwer, ja.

    77. Introvertierte werden unruhig, wenn sie zu viele Dinge auf einmal erledigen sollen.
    –> Trifft zu!!!

  26. „Sie entdecken auch eher Fehler“ hat sich im oberen Absatz mit reinkopiert. Bitte löschen und ggf den Tippfehler noch korrigieren.

    Wenn man am Smartphone schreibt, schleichen sich leider Fehler ein.

  27. Nachtrag : Ok, das sind hier eher gefühlte 50% *zugeb*… Wobei ich einige Jein-Antworten auch raussortiert habe. ZB die Punkte 9, 21, 22, 29, 41 und 50. Bei den Punkten 9 und 22 trifft vor allem auf mich zu, dass ich generell sehr viel reflektiere. Natürlich möchte ich daran auch wachsen, ich bin aber zB nicht jemand, der unglaublich viel liest. Hin und wieder überkommt mich das (dann lese ich zB Blogs wie diesen hier ausführlicher, ich schaue einiges bei Wikipedia nach oder ich kralle mir den Spiegel offline – die täglichen Nachrichten auf Spiegel online, n-tv.de und Stern.de klammere ich hier mal aus) aber ich lese zB keine Bücher. Dazu fehlt mir die Geduld. Was nicht heißt, dass ich Gedrucktes zwischen Hardcovern generell uninteressant finde. Aber wenn ich nun – banales Beispiel – die Wahl habe zwischen einem Buch und einem Film (oder einer gut gemachten Doku), dann wähle ich letzteres. Und schaue hinterher noch, ob es dazu Informationen bei Wikipedia gibt. Das mache ich besonders gerne, nachdem ich mir einen Film angeschaut habe.

    Bei Punkt 21 ist es so, dass meine Bude zB manchmal aussieht wie Sau, was mich bedingt stört (ich habe auch oft nicht die Zeit und Energie, mal eben klar Schiff zu machen, da ich arbeite und viel zu vielen Hobbys nachgehe UND dazu noch viel schlafe. Der Tag hat leider nur 24 Stunden und mein Zeitmanagement ist zuweilen grauenhaft, da ich mich in zu vielen Dingen und Details verliere und oft nicht merke, wie dabei die Stunden vergehen. Ich frage mich manchmal ernsthaft, wie andere Leute das alles so wunderbar gewuppt kriegen mit Arbeit, Hobbys, Haushalt, womöglich noch mit Kindern… o.O Da würde ich ja zusammenbrechen. Mir rennt die Zeit viel zu oft davon und nach einem Wochenende habe ich häufig nichtmal ansatzweise das geschafft von dem, was ich ursprünglich alles vorhatte). In meinen Büroordnern aber herrscht penibelste Ordnung, da tüte ich sogar jedes Dokument und jeden Zettel in Klarsichtfolie ein und alles ist thematisch sortiert, bei handschriftlichen Notizen bemühe ich mich um Schönschrift usw. Da behalte ich einfach gern den Überblick. Mein Nachbar sagte unlängst zu mir, ich sei ein sehr ordentlicher Mensch – bezogen natürlich auf den Officebereich. Von daher : Klares Jein hierzu.

    Bei Punkt 29 ist es so, dass ich immer offen bin für neue Ideen, meinem Gegenüber dabei aber nicht unbedingt lange zuhöre, sondern häufig den Gedanken im Kopf weiterspinne und dann recht zügig meinen Senf dazu gebe. Da fehlt mir dann wieder die Geduld.

    BTW: Du kannst die Einzelbeiträge gern zu einem einzigen zusammenfassen.

  28. Hartmut says:

    Hey, völlig unglaublich. Ich komme von nem schrägen Treffen von nem Freund und muss zu Fuß laufen, weil die S-Bahn nicht mehr fährt. Ich latsch über das Velodrom und seh da nen Typen stehn. Ich weiß nicht, habe ich ihn angequatscht wegen ner Kippe. Auf jeden Fall gibt er mir eine, ich bleib stehn und wir fangen an zu quatschen. Boah, war das angenehm. Ein Typ, mit dem ich talken kann ohne Hintergedanken welcher Art auch immer. Dann nimmt der mich in den Arm. Boah, so eine feste schöne Umarmung kenne ich ja überhaupt nicht. Wir haben da recht lange gestanden mitten in der Nacht, und der Typ war auch noch freigiebig. Diese Umarmungen, völlig unglaublich. Dann hat er mir diese Adresse genannt, damit ich mich über mich informieren kann. Ok, so ein intensives Gefühl, einfach nur von Mensch zu Mensch, boah, war das schön. Ja, gerne bin ich introvertiert, wenn so etwas geschieht. Sry, vielleicht nicht verständlich, aber irgendwie ein Erkennen jenseits von dem, was sonst die Rolle spielt, und eine WUNDERBARE geschenkte Erfahrung von Nähe, wo sie „eigentlich“ gar nicht sein kann – so im „Vorübergehn“, unbegrreiflich, danke, Ronny.

  29. Hallo,
    ich finde deinen Artikel auch sehr gut. Ich habe mich in vielen Punkten wiedergefunden. Darüber bin ich ganz froh, denn das muss wohl heißen, dass ich nicht unbedingt irgendwie seltsam bin.
    Ich habe bei der Arbeit besonders häufig das Gefühl, dass ich wohl ziemlich introvertiert bin. Z.B. in der Mittagspause: Ich sitze da mit ca. 10 Leuten zusammen, die sich alle unterhalten. Nur ich sage fast nichts. Ich geh dort aber trotzdem immer hin, weil ich nämlich gerne dabei zuhöre, was die anderen Leute zu sagen haben. Meine Chefin hat mich mal gefragt, ob ich unglücklich bin, weil ich immer so still bin. Aber ich bin nicht unglücklich. Ich bin nur einfach ein glücklicher Zuhörer (Punkt 90,91…).
    Manchmal ist es auch so, dass ich beobachte wie sich zwei Leute unterhalten und der eine dann etwas sagt, dass den anderen auf die Palme bringt. Und ich denk dann häufig: Merkt Person 1 eigentlich gar nicht, dass die Person 2 das gerade nicht mehr so lustig findet? Die Antwort ist wohl „nein“, sie merkt es nicht. (Punkt 2).
    Bei der Arbeit kommt es natürlich auch mal vor, dass ich meine Meinung zu einem Thema sagen muss, weil ich danach gefragt werde. Und dabei fällt mir immer auf, dass die meisten anderen viel schneller in der Lage sind, auf diese Fragen zu antworten. Ich brauche immer irgendwie länger (Punkt 86).

    Zum Glück kann man aber ja viele Dinge auch lernen. In der Schule zum Beispiel, habe ich nach einigen Jahren irgendwann gelernt, dass man sich ruhig mal (wenn auch immer mit schlechtem Gefühl) melden und etwas sagen kann. Ansonsten hat man bei einer Note, die sich zu 70% aus der mündlichen Leistung zusammensetzt wohl auch leider keine Chance.
    Gruß Sandra

  30. Stefanie says:

    Introvertierte sind pünktlich. Es ist ihnen unangenehm, wenn andere Menschen auf sie warten müssen.
    Sehr viele Punkte entdeckt die genau auf mich zutreffen 🙂 Hat Spaß gemacht zu lesen.

  31. Johannes Heinemann says:

    Bin heute erst auf diese Liste aufmerksam geworden und konnte mich zu über 80% wiederfinden. Ein Punkt fehlt mir, der mir sehr wichtig ist und den ich als positiv empfinde:

    Introvertierte haben einen sehr feinen Gerechtigkeitssinn. Sie können Unrecht nicht leiden. Sie hassen es, wenn Unschuldige verurteilt werden, erst recht, wenn der Schuldige mit seinem Unrecht ungestraft davonkommt. Introvertierte achten darauf, dass Menschen in vergleichbarer Situation gleich behandelt werden.

    Vielen Dank für den Artikel,

    Johannes

  32. Monika says:

    Hallo!

    Ich habe soeben diese Seite entdeckt und muss sagen, dass ich mich zu 100%ig in der Liste wieder finde.

    Vielen Dank für die Bemühungen und diese Arbeit!

    Ich weiß schon Gottseidank die letzten Jahre über mich Bescheid. Vorher, als ich noch nicht wusste, wer/was ich bin, war es sehr schwer im Leben für mich. Nachdem ich immer mehr davon lass, war es erleichternd und ich konnte mich annehmen wie ich bin, war sogar Stolz auf mich.
    Aber es ist nicht leicht in dieser Welt und mit den Menschen draußen. Ich habe aber durch das Wissen, wie ich denke und wie andere denken, einen recht guten Weg gefunden, damit leben zu können.
    Ich habe auch Gottseidank einen Mann seit 11 Jahren an meiner Seite, der sehr weise ist, mich so liebt wie ich bin, ich durch ihn viel lernen konnte und ich durch diese Sicherheit auch anfangen konnte, mich selber weiterzubilden.

    Sehr interessant alles! Und ich bin noch immer nicht fertig mit dem Lernen…. 🙂

    Liebe Grüße
    Monika

  33. Greal says:

    Shalom 👋

    Danke für den Artikel! Ich wundere mich gerade etwas… Ich habe ziemlich genau die Hälfte von den Eigenschaften, die oben aufgelistet sind, bei mir wiederentdeckt. Habe dann den Test gemacht, weil ich das kurios fand, und wurde als introvertiert deklariert. Das paradoxe daran ist, dass die Meisten Menschen mich eher als extrovertiert einstufen. Ich genieße und brauche aber Zeit für mich, für Reflexion und anregende Gedanken und Gefühlswelt wie auch für Erholung. Ich bin kommunikativ und habe meistens ein leichtes Lächeln auf. Ich kann aber sehr gut zuhören und sehr lange am Schreibtisch sitzen, weil ich die meisten Menschen wertschätze und viel neues Lerne, wenn ich zuhöre oder lese. Trotzdem frage ich nach und fasse zusammen, um mich zu vergewissern, dass ich richtig verstehe. Langweilig wird mir so gut wie nie und über Bedeutung nachdenken oder unterschiedliche Möglichkeiten hinzudenken macht mir Spaß im Alltag – das typische was wäre wenn, wie könnte es noch, welche Folgen usw… Vom Gefühl her würde ich sagen, dass ich immer mehr introvertiert geworden bin. Gibt es sowas? Ich würde sagen, ich verstehe den Humor, der mich im Alltag umgibt. Witzig ist das schon aber die Dinge, die ich wirklich interessant finde und mir mehr Freude bereiten kann ich mit den wenigsten teilen. Habe es irgendwann gelassen und das eher für mich behalten. Deswegen ziehe ich mich immer mehr lieber etwas gerne zurück, dann fühle ich mich etwas freier und nicht so angepasst. Shoppen, Oktoberfest all den quatsch mag ich auch nicht und vermeide es. Außer bestimmte Techno Konzerte. Aber da gibt’s wenig Interaktion mit anderen, wie ich finde. Viele meiner Kontakte empfinde ich als oberflächig, obwohl sie eine Freundschaft sehen. (klar es gibt da Abstufungen) Sie wundern sich dann, wenn der Zeitpunkt kommt, wo über ein Interesse von mir gesprochen wird oder auch mal eine echte Unterhaltung geführt wird. Ihr Weltbild scheint dann etwas sehr verwirrt. Ich frage mich nun wirklich, ob ich introvertiert sein kann? Ich scheine für die meisten wirklich extrovertiert zu sein… :-/

    Danken Donut 🍩 😊

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