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16 Ideen für tiefere Beziehungen

Zum Einstieg zitiere ich mich einmal selbst:

Einsamkeit ist das subjektive Gefühl, von der Außenwelt abgeschottet zu sein. In einsamen Zeiten fühlen wir uns niemandem wirklich nah. Es gibt keine ausreichende Bindung zu vertrauten Menschen, denen wir unsere Gedanken mitteilen könnten. Einsamkeit geht einher mit Traurigkeit, Verzweiflung und der Sehnsucht nach Bindung. (Quelle)

In diesem Beitrag geht es nicht um Einsamkeit. Aber darum, wie wir sie vermeiden können. Durch tiefere Beziehungen zu anderen Menschen.

Es gibt Menschen, die finden sofort einen Draht zu anderen Leuten. In ihrem Umfeld fühlt man sich automatisch wohl. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Und du vermutlich auch nicht. Sorry. Aber es ist schwer an uns Introvertierte heranzukommen. Und mindestens genauso schwer ist es für mich (uns), aus mir herauszukommen und Beziehungen aufzubauen.

Zunächst fällt es mir schwer, eine Basis zu finden. Dann fällt es mir schwer, die Beziehung zu vertiefen. Es ist immer alles schwer. Aber es lohnt sich. Auch wenn wir Introvertierten unsere Energie aus dem Inneren ziehen und nicht von anderen Menschen, so brauchen wir sie dennoch für ein zufriedenes Leben.

Mit den folgenden Ideen möchte ich dir helfen, Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Sie haben mir selbst bereits geholfen. Ich muss sie nur noch öfter beherzigen. Einiges habe ich allerdings erst kürzlich gelernt.

1. Lächle mehr

Niemand mag Menschen, die kein freundliches Gesicht aufsetzen können. Wer lächelt, wirkt auf andere viel offener. Wir Introvertierte sind dafür bekannt, ernst zu schauen. Ich habe es selbst etliche Male gehört: „Schau mal nicht so düster.“ Dabei ist unser Gesicht genau genommen eher ausdruckslos oder neutral (und das sieht dann eben düster aus).
Normalerweise sind Gesichtsausdrücke und insbesondere Lächeln dazu da, Menschen anzusprechen und im Gespräch zu halten. Introvertierte sind jedoch stark nach innen gerichtet und laden die Außenwelt daher nicht zu Reaktionen auf den eigenen Gesichtsausdruck ein.
Das heißt für mich, mir das Lächeln anzutrainieren. Auf Partys, auf der Straße, überall wo Menschen sind und ich vielleicht mit jemandem in Kontakt kommen möchte. Ich lächle bewusst. Es ist einfacher, wenn ich an etwas Lustiges denke.

2. Zeige dein Interesse

Wir mögen eher die Menschen, die sich für uns interessieren. Interessiere dich also für andere, dann werden sie sich (wahrscheinlich) auch für dich interessieren. Stelle Fragen, hake nach, kommentiere mit deiner eigenen Meinung zum Thema. Wenn du Feedback gibst, zeigt das dein wahres Interesse.

3. Schreibe Menschen nicht zu früh ab

Wenn dich im ersten Moment nichts interessiert, suche nach Themen, die dich am Gegenüber interessieren. Vermutlich gibt es etwas. Schreibe die Menschen nicht zu früh ab. Dass jemand viel Belangloses erzählt, heißt nicht, dass unter der Schale nicht ein interessanter Mensch steckt.

4. Suche das Einzelgespräch

Ich tue mich extrem schwer damit, mich in Gruppen zu unterhalten. Ich wette, es geht dir ähnlich. Wenn zu viele Menschen an einem Gespräch teilnehmen, sage ich wenig oder gar nichts. Einzelgespräche sind viel besser geeignet, um tiefe Beziehungen aufzubauen. Suche also das Gespräch zu zweit, wenn möglich.

5. Suche tiefe Gespräche

Finde das Thema, das dem anderen am Herzen liegt. Und im Idealfall liegt es auch dir am Herzen. Über Small Talk ist das schwierig. Versuche daher, das Gespräch auf anspruchsvollere Themen zu lenken. Das betrifft nicht nur neue Bekannte, sondern auch Freunde. Wähle beispielsweise eine dieser 21 Fragen, um geschickt am Small Talk vorbeizusteuern.

6. Sei offen und verwundbar

Tiefe Gespräche dürfen keine einseitige Angelegenheit sein. Wenn nur der andere erzählt, stärkt das nicht eure Beziehung. Erzähle also etwas über dich selbst. Auch etwas, das dir schwer fällt: Über deine Wünsche, Werte, Ziele oder Sorgen. Damit machst du dich verwundbar. Das ist schwer zu ertragen, aber es wird deinen Beziehungen gut tun.

7. Sei ehrlich

Zur Offenheit gehört Ehrlichkeit. Ehrlichkeit in deinen Aussagen und in deinem Verhalten. Verstelle dich also nicht, sondern sei so sehr du selbst, wie es eben möglich ist. Wenn du nicht du selbst bist, kannst du keine tiefen Beziehungen aufbauen.
Ehrlich zu sein heißt auch, nicht zu lästern. Wer ehrlich ist, muss keine Angst haben „entdeckt“ zu werden.

8. Polarisiere

Sei nicht beliebig. Sei nicht jemand, der zu allem „Ja und Amen“ oder „egal“ sagt. Sei niemand, der immer die Meinung der Mehrheit vertritt. Wenn dir alles egal ist, bist du für andere uninteressant. Wenn du von allen gemocht werden willst, wirst du am Ende von niemandem wirklich gemocht. Mit deiner Meinung zeigst du anderen, woran sie bei dir sind.

9. Stelle dich auf Ablehnung ein

Warum neigen wir dazu, nicht offen und ehrlich zu sein? Weil wir Angst vor Ablehnung haben. Die habe ich jeden Tag und in fast jedem Gespräch. Damit müssen wir leben. Kein Mensch ist perfekt und niemand kann für alles nur Zuspruch erhalten. Ablehnung gehört dazu. Sie zeigt nur, dass zwei Menschen in einem Aspekt oder auch im Ganzen nicht zueinander kompatibel sind. Schade, aber nicht tragisch.
Vielleicht kannst du Ablehnungen kurzfristig vermeiden, wenn du dich verstellst. Aber der Zuspruch gilt dann nicht dir, sondern der Maske, die du dir aufgesetzt hast.

10. Tritt selbstbewusster auf

Menschen mögen selbstbewusste Menschen. Ich auch. Ich mag Menschen, die sich selbst mögen und das nach außen zeigen. Durch ihr sicheres Auftreten weiß ich ziemlich genau, was ich an ihnen habe.
Also müssen auch du und ich selbstbewusster auftreten. Das ist nicht leicht, aber man kann es ein bisschen trainieren. Mehr lächeln, den Rücken durchstrecken, nach vorne schauen (nicht nach unten), Blickkontakt suchen. Das ist ein Anfang.

11. Investiere in dich selbst

Wirklich selbstbewusst zu sein ist eine andere Herausforderung. Aus meiner Sicht kann man sich Selbstbewusstsein nicht einreden. Man muss es sich erarbeiten, und zwar durch Investitionen. In dich selbst! Mangelndes Selbstbewusstsein basiert darauf, dass wir mit uns selbst unzufrieden sind.
Ich habe einmal die Dinge aufgeschrieben, die ich gern besser könnte. Mit 20 Punkten ist die Liste ziemlich lang geworden. Jetzt arbeite ich Stück für Stück daran. Jeden Tag mache ich einige „Übungen“, durch die ich in mich selbst investiere. Ich mache täglich etwas Kraftsport, spiele Gitarre, lerne Spanisch, lese ein Buch, schreibe etwas, notiere Ideen, meditiere. Mit der Zeit wird noch mehr dazu kommen (wenn auch nicht täglich). Nach einigen Wochen habe ich bereits ein höheres Selbstwertgefühl.
Mit solchen Interessen und Fähigkeiten machst du dich interessanter für andere Menschen und erhältst automatisch mehr Gelegenheiten, anderen mit deinen Fähigkeiten zur Seite zu stehen.

12. Zeige Anerkennung

Lob und Anerkennung kommen häufig zu kurz. Ich habe mich damit schon immer schwer getan. In meinem letzten Beruf musste ich mich immer wieder daran erinnern, meine Kollegen zu loben.
Menschen wollen oft nicht viel mehr als ein bisschen Anerkennung dafür, was sie tun und wer sie sind. Das betrifft Kollegen, Freunde, Familie.
Es kostet ein bisschen Überwindung, weil es bedeutet offen und ehrlich zu sein und sich damit selbst verwundbar zu machen. Aber es tut jeder Beziehung gut.

13. Biete deine Hilfe an

Hilf anderen Menschen. Und zwar, ohne eine Gegenleistung zu erwarten und ohne, dass sie dir zuerst geholfen haben. Unterstütze dort wo du es kannst und sei einfach mal selbstlos. Auch Fremden gegenüber.
Im Englischen gibt es den schönen Begriff „Random Act of Kindness“ – einfach mal willkürlich nett sein.
Vor ein paar Wochen sah ich, wie eine Frau auf einer viel befahrenen Straße einen Reifenschaden hatte und versuchte, das Rad zu wechseln. Unzählige Leute waren schon an ihr vorbei gelaufen. Ich auch. Ich hatte gezögert, ihr meine Hilfe anzubieten, da ich nicht wusste, ob ich den Reifenwechsel hinbekomme und dann wie ein Idiot dastehe. Ich wollte nicht verwundbar sein.
Dann bin ich doch noch zurück gegangen und habe ihr den Reifen gewechselt. Ich habe jemanden „glücklich“ gemacht und war mit mir selbst zufrieden.
Trotzdem muss ich mich immer wieder neu dazu überwinden, diese Chancen zu sehen und sie wahrzunehmen.

14. Pflege deine Freundschaften

Introvertierte haben oft das Gefühl, mehr in Freundschaften zu investieren als ihre Freunde. Insbesondere wenn die Freunde eher extrovertiert sind. Diese haben eben ein wesentlich größeres soziales Umfeld und verteilen ihre Aufmerksamkeit auf viele Freunde.
Lass dich davon nicht irritieren. Du musst selbst jede Freundschaft aktiv pflegen. Wenn es der andere nicht macht, wäre es leicht, sich damit herauszureden, dass man es von dir dann ja auch nicht erwarten könne. Aber ich kann dir sagen was passiert: Die Freundschaft trudelt aus und ist bald keine mehr.

15. Vertraue nicht auf soziale Medien

Ich weiß, die sozialen Medien bzw. neuen Technologien sind so schön bequem für uns. Aber sie sind nicht nur ein Segen, sondern auch ein Fluch. Ich würde nicht auf sie vertrauen, um tiefe Beziehungen aufzubauen. Lediglich E-Mail finde ich teilweise brauchbar, da sich das Eis leichter brechen lässt. Aber nur, wenn das Gespräch später von Angesicht zu Angesicht fortgesetzt wird.

16. Sei ein Energiespender

Zusammenfassend möchte ich sagen: Sei derjenige, bei dem sich andere wohlfühlen. Bei dem sie offen und ehrlich sein können und bei dem sie wissen, woran sie sind. Sei derjenige, der ihnen Anerkennung spendet, ihnen hilft, sich für sie interessiert und der sich auch dann meldet, wenn sie es selbst nicht tun. Sei ein Energiespender.

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Über den Autor

Mein Name ist Patrick und ich bin introvertiert. Oft habe ich mir gewünscht, extrovertiert zu sein, bis ich meine Veranlagung besser verstanden habe. Mehr über mich, mein Buch Kopfsache, mein Projekt Healthy Habits.

Comments

  1. kurokun says:

    Hallo Patrick!

    Das ist eine richtig tolle Liste, absolut alltagstauglich zum bewussten Arbeiten an sich selbst. Vieles davon hab ich in den letzten 2 Jahren gelernt und übernommen, seit ich meinen aktuellen Arbeitsplatz habe. Ich arbeite für eine mittelständige Firma mit über 100 Leuten festem Personal, mit etwa der Hälfte habe ich mehr oder weniger regelmäßig zu tun – ein guter Übungsplatz. Und immer wieder herausfordernd, so viele Leute sind ja eigentlich nicht unser Ding. Aber das Intensivieren von guten Kollegenbeziehungen funktioniert irgendwie nicht so wirklich bei mir. Ich hab auch oft das Gefühl, die Leute sind so „eingeschlossen“ in ihren Beziehungen, dass niemand neues mehr Platz hat, viele haben auch schon Familie, das ist noch schwerer.

    Sich interessante (zumindest für einen selbst) Hobbies oder Freizeitaktivitäten zu suchen, finde ich auch wichtig. Ich schreibe und lerne Gitarre (willkommen im Club 😉 ), hab eine zeitlang Sport gemacht, womit ich wieder anfangen will. Ich hab ein bisschen was ausprobiert und will auch das wieder anfangen, um zu sehen, was mir noch gefallen könnte. Vielleicht noch eine Sprache lernen oder Musik intensivieren. Zum kostengünstigen Ausprobieren kann ich die VHS empfehlen. Ist nicht alles gut, aber darüber bin ich auch zu meiner Musikschule und meinem Gitarrenlehrer gekommen.

    Viele Grüße!
    Yvonne

    • Patrick says:

      Hallo Yvonne,

      ich finde es auch schwerer an Leute heranzukommen, die bereits eine Familie haben. Die haben tatsächlich andere Dinge im Kopf oder auch ein festes Umfeld.

      Wenn du mit 50 Leuten in deinem Job zu tun hast, ist das ganz schön viel. Es ist sicherlich leichter, wenn man nur mit 10 Menschen zu tun hat, ein bisschen tiefere Beziehungen aufzubauen. Vielleicht sind unter den 50 aber ein paar, die interessanter erscheinen, mit denen du eher mal ein Gespräch beginnen könntest.

      Ich bin zurzeit auf Reisen und lerne gerade das Gitarrespielen. Wenn ich zurück bin, möchte ich mir auch einen Lehrer suche, der mich wöchentlich antreibt, auch wenn die Eigenmotivation einmal nachlässt.
      Von der VHS bin ich grundsätzlich nicht so begeistert, aber es ist mit Sicherheit ein leichter und kostengünstiger Einstieg in viele, viele Themen.

      Viele Grüße,
      Patrick

      • kurokun says:

        Bei der VHS kann man ziemlich auf die Nase fallen, das ist richtig, ist mir auch schon passiert. Aber zum Ausprobieren verschiedener Dinge trotzdem empfehlenswert und die in Leipzig fand ich bislang gut. Beim Gitarrespielen ist mir das auch wichtig, dass ich jede Woche meinen Lehrer habe, der unter Garantie was hören will. Ich lerne auch mit jemandem zusammen, den ich im VHS-Kurs kennengelernt habe. Ist eine gute Sache, gerade für einen Anfänger, wenn man merkt, dass man sich nicht alleine total bescheuert anstellt 😉

        Stimmt, bei 50 Leuten tiefere Beziehungen aufbauen ist fast unmöglich. Ich bewundere die Kollegen, die noch nicht so lange da sind wie ich und mit allen möglichen Leuten plauschen können – auch denen, mit deren Abteilungen sie eigentlich gar nichts zu tun haben. Mich trainieren geht, aber mehr ist schwierig. Selbst beim Mittag sitzt man zu fünft, sechst oder noch mehr zusammen – deshalb vermeide ich die Stoßzeiten auch immer. Kleinere Grüppchen von 3 Leuten außerhalb der Firmenräume funktionieren idR recht gut um sich zu unterhalten, bleibt dann aber dabei.

        Ich habe auch meist das Gefühl, mich in das Leben des anderen nicht reindrängeln zu wollen – obwohl mir niemand je das Gefühl gegeben hat, das ich das tun würde. Ebenfalls kontraproduktiv…

  2. Linda says:

    Hallo Patrick!

    Eine wirklich gelungene Liste, die jeder Introvertierte beachten sollte!
    Ich bin 18 Jahre alt, würde mich auch schon immer als introvertiert bezeichnen und habe ziemlich genau vor einem Monat mein Abitur absolviert und musste für das Fach Psychologie/Philosophie eine Arbeit schreiben, die ich dann präsentierte. Das Thema konnte ich selbst wählen und so war es „Introversion und Extraversion“ 🙂 Mein Lehrer war sehr begeistert und hat bei der Prüfung auch nach meiner Motivation gefragt, warum ich das Thema genommen habe. Ich hätte stundenlang reden können 😀
    Jetzt habe ich Sommerferien und der Artikel mit der Einsamkeit hat mich gewissermaßen berührt, weil ich zwar erst seit knapp zwei Wochen Ferien habe, doch mich irgendwie….einsam fühle. Ich habe eigentlich nur zwei gute Freunde, alle anderen treffe ich nicht so oft, weil viele im Urlaub sind. Auch mein bester Freund fährt bald weg und dann werde ich ihn und kurz darauf auch alle anderen ein Jahr lang nicht sehen, weil ich plane, ab September ins Ausland zu gehen.
    Als Einzelkind, wie ich es bin, und als Introvertierter hat man es meiner Meinung nach doppelt schwer, aus dem Strudel herauszukommen.
    Wie meine sozialen Kontakte im Ausland sein werden kann ich im Moment nicht einschätzen, doch ich denke (bzw hoffe!) dass ich dort offener werde. Du reist ja auch viel habe ich gelesen, wie geht es dir damit?

    Danke für deinen tollen Blog, ich bin seit einem halben Jahr begeisterte Mitleserin! 🙂
    LG Linda

  3. Patrick says:

    Hi Linda,

    ja, ich reise recht viel. Ich habe sogar einen Reiseblog: http://www.101places.de
    Unterwegs fühle ich mich nie einsam und habe auch kein Heimweh. Aber ich merke schon, dass auf Reisen die tieferen Beziehungen fehlen.

    Ich kann mittlerweile ganz gut steuern, wann und wie ich auf Reisen Leute kennenlernen will. Grundsätzlich ist das jeden Tag möglich, sogar ohne viel Aufwand. Aber wir brauchen ja auch mal unsere Pausen. Du wirst deinen Weg schon machen 🙂

  4. Igrndwie bin ich grad recht froh den Blog gefunden zu haben, denn das gibt genau das wieder wie ich bin und womit ich meine probleme habe. Ich denke nicht das ich ein völlig introvertierter mensch bin aber mit einigen themen die hier angesprochen werden probleme habe.
    Ich finde es z.b. sehr schwer mich gegenüber menschen zu öffnen und auch meine verletzliche Seite zu zeigen bzw. Fehler zuzugeben.

  5. Es fällt auch mir nicht leicht, mit anderen ganz locker ins Gespräch zu kommen.
    Wenn ich die Menschen um mich herum nicht kenne, höre ich lieber ihren Gesprächen zu und bemühe mich, auch wirklich aufmerksam zu sein. So kommt eigentlich immer die Gelegenheit, eine Person anzusprechen und ganz geziehlt deren Thema einzugehen.
    Ich habe mir die Fragen durchgelesen, die mir helfen sollen, einen SmallTalk zu umgehen. Ganz ehrlich, wenn mir jemand, den ich nicht kenne, solche Fragen stellt, kann es sein, ich drehe mich einfach um und gehe weg. Nicht, weil ich den Fragenden nicht mag. Aber mir wäre es einfach unangenehm, sofort über so vertraute oder vertrauliche Dinge mit Fremden zu reden. Das ist nun grade mein Problem. Ich brauche generell eine Weile, um „Warm“ zu werden.

    • Patrick says:

      Hi Katti,

      ich glaube, diese Zeit brauchen wir alle. Die Fragen sind schon ziemlich fortgeschritten, aber auch nur Ideen 🙂

  6. Introvertierte says:

    Hallo Patrick,

    eine tolle Webseite! Ich erkenne mich wieder.

    Zu diesen Zeilen möchte ich aus meiner Sicht beitragen, dass Intros durchaus tiefe, ja sogar sehr tiefe Gefühle für andere Menschen empfinden können. Ich bilde mir z.B. ein, eine sehr gute Menschenkenntnis zu besitzen (ich glaube sogar, dass die meisten Intros auch diesen Röntgenblick auf andere Persönlichkeiten haben) und kann dementsprechend ziemlich schnell mein Gegenüber einschätzen und genauso schnell kann ich mich in ihn verlieben. Zu oft scheitern dann aber weitere Annäherungen. Ich denke, wir strahlen unbewusst eine gewisse Distanz aus, die auf andere Menschen ablehnend wirken kann. Die Gesellschaft sollte viel mehr über Introvertierte erfahren – du trägst ja enorm dazu bei – um das Miteinander im Alltag zu erleichtern.

    Genauso schwer ist es dann aber auch, den Menschen, in den man sich verliebt hat emotional loszulassen. Auch wenn eine Beziehung gar nicht zustande kam, brauche ich als Intro oft Monate um mich von dieser Begegnung zu erholen. Ich bin dann so in meinem Verarbeitungsprozess vertieft, dass es mir schwer fällt, mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Die Folge ist dann aber leider auch, dass man sich „versperrt“ und ab sofort noch distanzierter zu potenziellen Partnern ist. Ein Teufelskreis!

    Ich spreche jetzt nur für mich, aber ich glaube, dass sich sehr viele Intros eine tiefe Beziehung wünschen. Aber sie brauchen viel mehr Zeit um sich zu öffnen und vor allem brauchen sie eben auch Zeit für sich. Das ist für die meisten potenziellen Partner schwer zu verstehen.

    Du gibst hier tolle Tipps, aber an der Umsetzung der meisten Vorschläge wird es bei mir leider scheitern 🙂

    • Hi,

      du sprichst zwar nur für dich, aber ich gehe davon aus, dass die meisten Intros deine Worte unterschreiben würden 🙂

      Viele Grüße,
      Patrick

  7. Siggi3000 says:

    Hallo Patrick,
    das erste Mal Derartiges gelesen und danach hoffnungsvolles Schmunzeln verspürt statt wie sonst den Gedanken an eine unüberwindbare Hürde. Ich mag die Sprache, klar, nüchtern, ehrlich; das aufs Wesentliche reduzierte, sehr sympathisch.
    Insbesondere Punkt 11 und 16 erinnern mich an innerliche Wohlgefühle die ich nun schon länger vermisse. Und die ich mir, sicher auch durch ihren Input, zurückholen werde 🙂

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