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Erkenne und akzeptiere Deine Veranlagungen

Eine meiner wesentlichen Aussagen in diesem Blog lautet: Introversion und Extroversion sind angeborene und somit kaum veränderbare Merkmale. Das ist der Stand unseres heutigen Wissens.

Ein paar Leser haben mich darauf hingewiesen, dass das eine sehr fatalistische Sichtweise sei und ich damit möglicherweise das falsche Signal setze.

Ich sehe das anders.

1. Du musst Dich selbst kennenlernen

In den ersten 30 Jahren meines Lebens war ich introvertiert, ohne mich damit auseinanderzusetzen. Ich hatte mit vielen nachteiligen Eigenschaften zu kämpfen und sah mich immer wieder Schuldgefühlen ausgesetzt. Schuld und Scham dafür, dass ich nicht so funktioniere wie die Mehrheit der Menschen.

Als Kind und Jugendlicher dachte ich, dass ich aus diesen Dingen herauswachsen würde. Dass ich irgendwann Freude haben würde an den Dingen, die fast jeder mag. Als ich 30 Jahre alt war, sah es allerdings nicht mehr danach aus.

„To be yourself in a world that is constantly trying to make you something else is the greatest accomplishment.“ – Ralph Waldo Emerson

Ich begann, mich über Introversion zu informieren, las ein Buch nach dem anderen – und hatte meine wichtigste Erkenntnis: Ich bin wie ich bin.

2. Du musst Dich selbst akzeptieren

Das hat mir die Augen geöffnet, wie noch nichts zuvor. Ich habe erkannt, dass viele meiner Eigenschaften auf eine angeborene Veranlagung zurückzuführen sind, die ich kaum verändern kann. Es ergab also Sinn, dass ich in 30 Jahren aus diesen Eigenschaften nicht herausgewachsen bin.

Dadurch fiel es mir leichter, mich zu akzeptieren. Welchen Zweck soll es haben, dass ich auch die nächsten 30 Jahre noch wegen Windmühlen kämpfe?

„When you are content to be simply yourself and don’t compare or compete, everyone will respect you.“ – Lao Tzu

Diese Akzeptanz erlaubte mir, mich ganz neu mit meinen Stärken und Schwächen auseinander zu setzen. Anstatt an meinen Schwächen zu feilen, konzentriere ich mich nun auf Fähigkeiten, die besser ausgeprägt sind. Zu großen Teilen sind diese auch auf meine introvertierten Eigenschaften zurückzuführen.

Ich gehe heute selbstsicherer und offener mit meinen Eigenschaften um, und ich habe weniger Schuldgefühle.

3. Du musst trotzdem an Dir arbeiten

Nun komme ich auf die fatalistische Sichtweise zurück. An unseren angeborenen und über Jahrzehnte anerzogenen Eigenschaften lässt sich nicht viel ändern, doch das heißt nicht, dass Du Dich darauf ausruhen sollst. Im Gegenteil: Du sollst das Beste aus Dir machen!

Ich bin ein großer Freund von persönlicher Weiterentwicklung und ich glaube fest daran, dass Du Dein ‚Schicksal‘ selbst in der Hand hältst. Es liegt allein an Dir, was Du aus Deinem Leben machst. Dass viele introvertierte Eigenschaften in unserer Gesellschaft nicht hoch angesehen werden, kannst Du Dir nicht zur Ausrede machen.

„Never desert your own line of talent. Be what nature intended you for…, and you will succeed.“ – Sydney Smith

Stattdessen solltest Du Deine Erkenntnisse gewinnbringend einsetzen. Schraube nicht an den falschen Stellen herum, sondern nutze Deine Eigenschaften zu Deinem Vorteil. Introvertiert zu sein, bedeutet lediglich, einen anderen Weg zum Erfolg zu nehmen als Deine Mitmenschen.

Deine geistige Haltung (‚Mindset‘) ist entscheidend für das, was Du aus Deinem Leben machst.

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Über den Autor

Mein Name ist Patrick und ich bin introvertiert. Oft habe ich mir gewünscht, extrovertiert zu sein, bis ich meine Veranlagung besser verstanden habe. Mehr über mich, mein Buch Kopfsache, mein Projekt Healthy Habits.

Comments

  1. Hallo Patrick,

    auf den Punkt gebracht. Ich sehe es mittlerweile auch so.
    Ich hatte zwischendurch oft Phasen, in denen ich mich auf Teufel kommt raus extrovertiert verhalten habe und nach ein paar Wochen völlig ausgebrannt war. Es nahm mir sehr viel und gab mir im Gegenzug extrem wenig.

    Ich habe es inzwischen aufgegeben, was eigentlich nur positive Auswirkungen hat.
    Viele meinen ich wäre kauzig und lassen mich in Ruhe – was mir sehr entgegen kommt und manch einer fühlt sich plötzlich sehr wohl in meiner Gegenwart – denn da ich mich selbst nicht mehr verstelle, erwarte ich es auch nicht von anderen und lasse sie sein, wer sie sind.

    Ich finde den Versuch sich Introversion abzutrainieren in etwa so schwierig, wie die eigene Hautfarbe oder sexuelle Neigung loszuwerden. Merkwürdigerweise erwartet ja kein intelligenter Mensch von einer homosexuellen Person, dass sie an sich arbeitet und heterosexuell wird.
    Bei introvertierten sieht es da ganz anders aus.

    Liebe Grüße,
    Noa

  2. Hallo Patrick!

    Zu diesem interessanten Artikel würde ich gerne etwas sagen. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist Selbstakzeptanz der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben.

    Ich bin sicher, dass jeder bereits diese Weisheit gehört hat:

    Wer sich nicht selbst akzeptieren (lieben) kann, ist auch nicht fähig, andere Menschen zu akzeptieren (lieben).

    Das stimmt absolut. Ich selbst habe schon öfter beobachtet, dass Menschen, die sich selbst nicht annehmen können, massive Probleme in Partnerschaften und im Umgang mit Mitmenschen haben. Bei meinen intensiven Recherchen im Internet habe ich mir nicht nur Informationen über Introversion eingeholt, sondern mich auch viel mit psychologischen Seiten beschäftigt.

    Der Hauptgrund dafür war die berühmte Kernfrage, die sich so viele Introvertierte immer wieder stellen:
    „Was stimmt mit mir nicht?“

    Dabei bin ich auf etwas Interessantes gestoßen, das in direktem Zusammenhang mit Selbstakzeptanz steht. Ein griechischer Philosoph sagte schon vor knapp 2000 Jahren:
    „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere SICHT der Dinge!“
    Das bedeutet nichts anderes, dass es nicht bestimmte Situationen an sich sind, die ein negatives Gefühl in uns auslösen, sondern wie wir diese Situationen einschätzen! Zum besseren Verständnis werde ich gleich ein konkretes Beispiel mit einer typisch introvertierten Verhaltensweise anführen.

    Es gibt Psychologen, die vom sogenannten „ABC der Gefühle“ sprechen. Wer darüber nicht Bescheid weiß, wird höchstwahrscheinlich davon ausgehen, dass es nur ein „A“ und ein „B“ gibt.

    A = die Situation

    B = das daraus resultierende Gefühl

    Nun kommen wir zu dem Beispiel mit der typisch introvertierten Verhaltensweise. Es geht darum, dass uns in einer Situation, in der wir gerade ausgelaugt sind, ein Bekannter anspricht und uns zum Small Talk nötigt.

    A = Gedankenverloren stehen wir an der Bushaltestelle und wollen gerade mit niemandem reden. Da spricht uns ein besonders mitteilungsbedürftiger Bekannter an. Da wir introvertiert sind, können wir nicht wirklich verbergen, dass wir eigentlich keine Lust auf ein Gespräch haben. Wir wirken unhöflich und abweisend.

    B = Wir fühlen uns schuldig und schlecht, weil wir zu dem Bekannten, der nur nett mit uns plaudern wollte, so unhöflich waren. Wir bekommen ein negatives Selbstbild und bezeichnen uns selbst als unfreundlichen Menschen. Irgendwie können wir unser unhöfliches Benehmen nicht akzeptieren. Wir wissen nicht einmal genau, warum wir uns so verhalten.

    Und jetzt kommt das große ABER: Es war nicht die Situation an sich, die das negative Gefühl ausgelöst hat, sondern weil wir die Situation negativ BEWERTET haben! Jetzt zeigt sich gleich, warum es so wichtig ist, sich über Introversion zu informieren und sie als Teil seiner Persönlichkeit anzuerkennen, sich also selbst zu akzeptieren, so wie man eben ist! Mir war das erst möglich, nachdem ich mich monatelang mit dem Thema beschäftigte und nun weiß, wie ich mit dieser Veranlagung umgehen muss!

    Wiederholen wir das Beispiel nochmal, diesmal richtig mit A, B und C:

    A = Die Situation

    B = Die BEWERTUNG der Situation

    C = Das daraus resultierende Gefühl

    Bei mir persönlich hätte es früher, als ich wegen Unwissenheit meine Introversion noch nicht akzeptieren konnte, etwa so ausgesehen:

    A = Die Situation mit dem unerwünschten Smalltalk

    B = Die Bewertung: Ich verhalte mich falsch! Der Bekannte möchte nett mit mir plaudern und ich bin so unfreundlich. Ich weiß zwar nicht, warum ich mich so verhalte, aber es ist unrecht, sich so zu benehmen!

    C = Das Gefühl: Ich fühle mich schlecht, schuldig und habe ein schlechtes Gewissen!

    Doch mittlerweile habe ich mich intensiv über meine Veranlagung informiert und weiß über die Gründe Bescheid! Ich habe die Introversion akzeptiert und kann mein Leben danach einrichten.

    Mit dieser Selbstakzeptanz sieht die gleiche Situation heute so aus:

    A = Der unerwünschte Small Talk

    B = Ich weiß, dass ich auf mein Gegenüber einen unfreundlichen Eindruck mache! Das bedaure ich! Aber ich bin mir meiner Introversion bewusst, die ich mir nicht ausgesucht habe und die ich nicht ändern kann. Obwohl ich jetzt unhöflich wirke, kann ich mir in dieser Situation keine Schuld an meinem Verhalten geben. Ich bin introvertiert und kann nicht anders!

    C = Ich fühle mich nicht schlecht und bin frei von Schuldgefühlen

    Was schließen wir daraus?

    Situationen selbst können wir nicht ändern, aber sehr wohl, wie wir sie einschätzen! Ich bin also zwei Mal in ein und dieselbe Situation geraten und hatte trotzdem völlig unterschiedliche Gefühle dabei! Ich habe nichts weiter geändert als meine BEWERTUNG der Situation, oder wie es der griechische Philosoph gesagt hat, meine SICHT der Dinge!
    Und das alles „nur“, weil ich meine Introversion als Teil von mir akzeptiert habe!

    Nun mag sich manch einer denken: „Alles gut und schön! Aber nur weil jetzt irgendein Leser dieses Blogs solche Weisheiten von sich gibt, wird mit einem Mal alles besser?“

    Nein, natürlich nicht! Dass es nicht von heute auf morgen geht, weiß ich aus persönlicher Erfahrung! Wobei es natürlich wichtig ist, dieses ABC der Gefühle nicht nur zu verstehen, sondern auch zu verinnerlichen! Wenn man das geschafft hat, kann man es meiner Meinung nach auf alle typisch introvertierten Situationen anwenden!

    Zum Beispiel:

    A = Die Situation: Ich sitze mit 8 anderen Menschen an einem Tisch. Gerade eben habe ich noch viel geredet, weil es um ein Thema ging, bei dem ich mich auskenne. Doch jetzt wird die Diskussion schnell. Ich komme nicht mehr mit und spreche längere Zeit nichts mehr.

    Nun steht es mir frei, die Situation so zu bewerten, wie ich es möchte! Entweder:

    B = Mein Verhalten ist unerwünscht! Man erwartet von mir, mich an der Diskussion zu beteiligen.

    Daraus folgt C: Wieder fühle ich mich schlecht und schuldig!

    Doch ist es allein meine Entscheidung, die Situation anders zu bewerten:

    B = Ich bin, wie ich bin! Ich brauche eine Gesprächspause und weiß, dass es sich um ein typisches Merkmal meiner Introversion handelt! Sollte mich jemand fragen, warum ich so ruhig bin, werde ich wahrheitsgemäß sagen, dass ich eine Pause brauche. Wenn es jemand nicht akzeptiert, ist es sein Problem, nicht meines!

    C = Damit fühle ich mich gut und ohne Schuldgefühle

    Wir haben mehr Macht über unsere Gedanken, als wir glauben mögen! Allerdings ist das etwas, dass ich auch erst einmal begreifen musste. Und das dauert seine Zeit! Auch heute ertappe ich mich noch, dass ich mich in typisch introvertierten Situationen schlecht fühle. Dann versuche ich, mir das ABC in Erinnerung zu rufen: Wie ich die Situation bewerte, ist allein meine Entscheidung!

    Sogar ein Kriegsgefangener soll einmal in etwa gesagt haben: Man kann einem Menschen alles nehmen, seine Arbeit, seine Wohnung, seine Familie. Aber die letzte Freiheit kann man niemandem nehmen: Die Freiheit der Gedanken, die Freiheit zu entscheiden, wie man über Situationen denkt!

    Diese Erkenntnis hat mir auf meinem Weg zu einem zufriedenen Leben sehr geholfen! Auch ich bin noch nicht am Ziel! Aber wem es gelingt, seine Introversion zu akzeptieren, als völlig normalen Teil seiner Persönlichkeit anzuerkennen und zu verstehen, dass man die Macht hat, selbst zu entscheiden, wie man typisch introvertierte Situationen bewertet, hat meiner Meinung nach schon viel gewonnen!

    Ich weiß, dass das hier nur ein Beitrag eines ganz normalen Lesers dieses Blogs ist! Aber vielleicht hilft er doch dem einen oder anderen introvertierten Menschen, sich so zu akzeptieren, wie er ist!

    Beste Grüße,

    Alex

    • Hallo Alex,

      Du solltest hier Co-Autor werden 😉

      Jeder Leser dieses Blogs kann einen Wert für andere schaffen, indem er seine eigenen Erfahrungen teilt. Du hast Dir offenbar viele Gedanken gemacht, wie Du mit Dir selbst besser zurecht kommst bzw. Dich akzeptieren kannst. Ich vermute, dass viele Menschen diesen Schritt noch nicht gemacht haben. Daher hilft jeder Kommentar.

      Übrigens, der Kriegsgefangene, den Du erwähnst, war Viktor Frankl in seinem Buch „Man’s Search for Meaning“ oder mit dem sperrigen deutschen Titel: „… trotzdem ja zum Leben sagen“: http://www.amazon.de/trotzdem-zum-Leben-sagen-Konzentrationslager/dp/3466368596/
      Lesenswertes Buch. Ich empfehle jedoch die deutlich preiswertere englische Version (wenn man des Englischen gut mächtig ist).

    • Hallo Alex,

      ich sehe das genau wie Patrick: ein exzellenter Beitrag! Ich würde den Kommentar sogar so wie er ist als Blogeintrag sehen wollen. Du hast die diffusen Gedanken, die mir seit meiner Beschäftigung mit meiner Introversion durch den Kopf gingen, wunderbar in Worte gefasst! Der alte Spruch: „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“ könnte in diesem Fall wahrer nicht sein.
      Dieses Situations-Bewertungs-Gefühls-Modell kann man in einem nächsten Schritt auch super dazu nutzen, um anderen zu erklären, warum man so ist, wie man ist. Es muss ja nicht dabei bleiben, dass man sich nicht mehr schlecht fühlt. Der äußere Eindruck wird ja dadurch nur bedingt verändert. Sobald einem bewusst ist, dass man gerade keine Kraft hat, mit jemandem zu reden, kann man es auch für denjenigen besser in Worte fassen.
      Früher hätte ich nicht gewusst, wie ich reagieren soll, da ich nicht wusste, warum ich so fühle. Heute fällt mir eher eine entsprechende Antwort ein (z.B. „Tut mir leid, aber ich hatte einen langen Tag und bin völlig ausgebrannt. Ich brauche jetzt erst einmal etwas Ruhe. Können wir vielleicht morgen darüber reden?“)

      Danke für den tollen Denkansatz!
      Julia

      • Hallo Julia!

        Ich freu mich, dass Dir der Beitrag helfen konnte und Deine Gedanken klarer geworden sind!

        @Patrick:
        Vielen Dank für das Lob und die Buchempfehlung!

        Beste Grüße,

        Alex

  3. Nochmal ich,

    ich habe mir nochmals den Blogeintrag durchgelesen und mir ist eine (wie ich finde) hochinteressante Geschichte eingefallen:

    Seit etlichen Jahren wird ein bestimmter Parasit und seine Folgen intensiver erforscht. Toxoplasma gondii ist ein kleiner Einzeller, der vor allem im Darm von Katzen vorkommt und als Zwischenwirt vor allem Nagetiere (Mäuse etc.) befällt. In diesen Zwischenwirten bleibt er nicht im Verdauungstrakt, sondern wandert in Muskeln und Organe ein. Hier bildet er winzige Zysten und ist eigentlich völlig harmlos. Seit einiger Zeit weiß man aber nun, dass er das Verhalten dieser Nager verändern kann. Infizierte Mäuse verhalten sich tendenziell mutiger, zeigen sich auch am Tage draußen und zeigen keine Scheu mehr vor typischen Katzengerüchen (z.B. Katzenurin). Das erhöht natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Maus von einer Katze gefressen wird (was der Parasit am Ende ja „will“). Diese Veränderungen sind aber nicht so prominent, dass es gleich auffällt. Die Tiere leben sonst normal und +/- unauffällig.
    Interessant wird es, wenn man nun weiß, dass Toxoplasma gondii neben Nagern auch alle möglichen anderen Säuger befällt, unter anderem (ihr ahnt es) den Menschen und hier oft ein lebenlang latent im Körper bleibt. In Deutschland ist sogar ein recht hoher Anteil latent infiziert! Inzwischen gibt es etliche Studien, die auch eine Verhaltensveränderung beim Menschen feststellen. Dabei ist sowohl die akute Infektion, als auch die (vermutete) einhergehende Verhaltensänderung so unauffällig, dass sie kaum jemanden bewusst auffallen dürfte. Immer wieder liest man in diesem Zusammenhang auch, dass sich das Persönlichkeitprofil zu eher extrovertierten Verhaltensmustern verschiebt. Aus einem sehr introvertierten Menschen würde also ein etwas weniger introvertierter, aus einem schwach introvertierten Menschen wird ein ambivalenter oder leicht extrovertierter etc.. (Natürlich ist das Thema noch komplexer, z.B. sollen Frauen und Männer in einigen Punkten komplett unterschiedlich auf eine Infektion reagieren und wie viel gesichert und was Spekulation ist, ist auch nicht ganz klar. Aber das es irgendeinen Einfluss auf die Persönlichkeit hat, scheint wohl inzwischen sicher.)
    Ich habe das schon vor 2 Jahren gelesen, aber jetzt sehe ich das nochmal mit anderen Augen. Ich würde die Grundaussage also etwas spezifizieren: eine bewusste Veränderung der angeborenen Persönlichkeit in den eher extravertierten Bereich durch irgendeine Art von Training ist nicht möglich.

    Ein paar zusammengeklaubte Quellen zum Thema:

    Joanne P. Webster: Rats, cats, people and parasites: the impact of latent toxoplasmosis on behaviour (Microbes and Infection, Volume 3, Issue 12, October 2001, Pages 1037–1045)
    http://dx.doi.org/10.1016/S1286-4579(01)01459-9

    Jaroslav Flegr, Petr Kodym, Vĕra Tolarová: Correlation of duration of latent Toxoplasma gondii infection with personality changes in women (Biological Psychology, Volume 53, Issue 1, 1 May 2000, Pages 57–68)
    http://dx.doi.org/10.1016/S0301-0511(00)00034-X

    Kevin D Lafferty: Can the common brain parasite, Toxoplasma gondii, influence human culture? (Proc. R. Soc. B November 7, 2006 273 1602 2749-2755) doi:10.1098/rspb.2006.3641 1471-2954

  4. Interessant, kann mir bitte jemand eine Überdosis von dem Zeug geben? 🙂

    Nein, Spaß! Von diesem Virus hab ich noch nie gehört. So lernt man halt immer wieder was dazu!

  5. Je nachdem wie alt du bist, besteht eine reelle Chance, dass du ihn sogar schon hast, ohne es zu wissen 😉
    Die Faustformel für den „Durchseuchungsgrad“ in Deutschland ist ungefähr: Anzahl Jahre = % Leute die es in dieser Altersgruppe haben. Z.B.sollen nur ca. 20-30% der unter 30-jährigen T. gondii haben, aber dafür ~70% der über 70-Jährigen.

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