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Warum ich mich gern schriftlich ausdrücke

Meine Gedanken schreibe ich lieber auf, anstatt sie auszusprechen. Im Beruf schreibe ich lieber E-Mails, als zu telefonieren. Auf einige Meetings hätte ich am liebsten verzichtet und stattdessen ein Rundschreiben aufgesetzt. Privat ziehe ich eine SMS vor, anstatt kurz anzurufen.

So geht es sicherlich nicht nur mir, sondern der Mehrheit der Introvertierten. Für alle anderen bedeutet dies: Wer Gedanken, Ideen oder komplexe Informationen von Introvertierten kommuniziert bekommen möchte, sollte ihnen die Möglichkeit geben, sie aufzuschreiben.

Warum ist das so?

Für mich hat das viele Gründe, doch nur einer ist entscheidend.

Ein Gespräch bedeutet immer, dass der Verlauf nicht planbar ist, schließlich gibt es eine direkte Reaktion von Menschen. Auf unvorhergesehene Fragen oder Aussagen weiß ich unter Umständen nicht sofort eine Antwort.

Außerdem ist ein Anruf oder ein plötzliches Auftauchen in meinen Augen eine Störung. Ich telefoniere so gut wie nie „einfach nur so“ und ich kann mich nicht erinnern, jemals bei einem Freund unangemeldet vor der Tür gestanden zu haben. Das bringe ich nicht fertig, da ich erwarte, dass derjenige gerade anderes zu tun hat (was in vielen Fällen sicherlich nicht zutrifft).

Darüber hinaus wiederhole ich mich ungern und wer viel spricht, wiederholt sich automatisch – und muss das sogar, denn Gesprochenes vergeht.

Es ist nicht so, dass ich keine Lust hätte, etwas zweimal zu erzählen, sondern, dass ich es ebenfalls als eine Störung gegenüber anderen Menschen empfinde. Warum sollen sie etwas mehrmals von mir hören müssen?

Schriftliches hingegen wird einmal festgehalten und anders wahrgenommen. Nicht umsonst gibt es den Spruch: Wer schreibt, der bleibt. Schriftlich kann ich mir Gehör verschaffen, das mir sonst versagt bleibt.

Ich kann sogar steuern, wie andere Menschen mich wahrnehmen. Im Gespräch finde ich das schwierig, das fällt extrovertierten Menschen wesentlich leichter.

Verständnis der eigenen Gedanken

Alle bisher genannten Gründe tragen zu meiner Vorliebe für schriftliche Kommunikation bei, sie sind jedoch nicht entscheidend. Sie rechtfertigen aus meiner Sicht noch nicht, aufs Schriftliche auszuweichen, wo andere eine verbale Kommunikation erwarten.

Für mich gibt es einen viel wichtigeren Grund: Etwas aufzuschreiben, hilft mir, meine eigenen Gedanken besser zu verstehen. Solange sie nur in meinem Kopf sind, fehlt es oft an Klarheit. Sie nur auszusprechen, hilft mir kaum. Zumal ich nicht gern von Dingen rede, die ich nicht zu Ende gedacht habe.

Das Schreiben hilft mir, meine Ideen zu sortieren und sie besser auszudrücken. Ich werfe zunächst alle Gedanken in unfertigen Sätzen auf eine weiße Seite. Dann sortiere ich sie, fasse Ähnliches zusammen und lösche Ideen, die im Zusammenhang doch keinen Sinn mehr ergeben. Später formuliere ich meine Gedanken aus und versuche herauszustellen, was genau ich sagen möchte. Der Artikel, den Du gerade liest, ist genau so entstanden.

Nachdem ich etwas aufgeschrieben habe, kann ich selbst viel leichter über dieses Thema reden. Das Schreiben zwingt mich dazu, es wirklich zu durchdenken. Ich formuliere jeden Satz mehrmals um, bis er ausdrückt, was ich meine. Das kann ich im Anschluss aufgreifen und auch im Gespräch erklären.

Das ist einer der Gründe, weshalb ich introvertiert.org überhaupt gestartet habe. In den ersten Monaten schrieb ich hier nur für mich, ohne einen einzigen Leser. Nachdem ich viel über Introversion gelesen hatte, musste ich mir selbst erst einmal darüber klar werden, was die neuen Erkenntnisse für mich bedeuten.

Ein Nebeneffekt dieses Schreibens: Ich lege mich fest, und zwar öffentlich. Es ist alles nachlesbar und im Zweifel bleibt es das für immer. Daher überlege ich noch genauer, was ich sagen möchte.

Schreiben allein genügt nicht

So gern ich es manchmal hätte, schriftliche Kommunikation allein genügt nicht. In vielen Situationen ist ein noch so fein ausformuliertes Schriftstück dem persönlichen Gespräch unterlegen.

Bei Konflikten kochen die Gemüter schneller hoch, wenn nur schriftlich kommuniziert wird. So gerät ein E-Mail Verkehr schnell außer Kontrolle, weil man den Menschen hinter dem Text nicht sieht. In solchen Fällen steige ich doch lieber auf das Telefon um oder schicke eine wohlformulierte Nachricht voraus, in der ich gleich ein Gespräch vereinbare.

Auch im Umgang mit Kollegen ist persönliche Kommunikation von entscheidender Bedeutung, vor allem für Führungskräfte. Wir können nicht davon ausgehen, dass jeder Mensch so tickt wie wir. Im Gegenteil: Die Mehrheit braucht das Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Heute suche ich selbst eher den unbequemeren Weg. Es wäre so leicht, zu chatten oder eine E-Mail zu schreiben. In dem Moment fühlt es sich immer richtig an. Doch es ersetzt kein Gespräch. Vor allem Chats habe ich auf ein Minimum reduziert. Früher konnte ich damit täglich viele Stunden verbringen. Heute ist Skype fast immer aus. Es sind meist flüchtige Gespräche ohne viel Wert, die aber trotzdem sehr aufwendig sind. Stattdessen nehme ich mir lieber einmal richtig Zeit für ein persönliches Gespräch.

Mein Fazit

Schreiben ist für mich ein ausgezeichnetes Mittel, meine Gedanken zu sortieren, gut auszuformulieren und sie interessierten Menschen zugänglich zu machen. Letztendlich bereichert es indirekt sogar meine Gespräche mit anderen Menschen, da ich mit ihnen Themen diskutieren kann, die ich für mich schon einmal durchdacht habe.

Wenn es um persönliche Beziehungen geht, stößt das Schriftliche jedoch an Grenzen. Zwar wäre es mir kurzfristig oft lieber, etwas schriftlich zu kommunizieren. Doch nach meiner Erfahrung hat das auf Dauer keinen Wert.

Wie siehst Du das – schreibst Du gern? Löst Du Konflikte oder Herausforderungen schriftlich oder persönlich?

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Über den Autor

Mein Name ist Patrick und ich bin introvertiert. Oft habe ich mir gewünscht, extrovertiert zu sein, bis ich meine Veranlagung besser verstanden habe. Mehr über mich, mein Buch Kopfsache, mein Projekt Healthy Habits.

Comments

  1. Ich rede lieber. Ich empfinde es auch oft als störend oder gar unverschämt, wenn mir Leute sms schicken, die über eine bloße Information hinausgehen und von mir eine Antwort auf gleichem Wege verlangen, denn (fern)mündlich antworten lässt sich auch, wenn man nebenher etwas anderes tut. Wenn man eine sms schreibt, schreibt man eine sms.

  2. Für mich trifft beides zu. „Banale“ informationen tausche ich gern schriftlich aus. z.B. informiere ich meine Frau per eMail täglich, was ich zuhause erledigen möchte, wenn ich von der Arbeit heim komme, oder anderes das ich für teilenswert halte. Das ist aber vorallem darin begründet, da ich weiss das sie mit meiner Tochter oft auf dem Spielplatz ist und vielleich einfach telefonisch nicht erreichbar ist. Außerdem würde ich meine Kollegen stören, wenn ich ständig Privatgespräche halten würde. Da kommt dazu, dass ich besonders schnell tippen kann und eine eMail die Informationen viel kompakter und auf den Punkt gebracht kommunizieren kann.

    Gibt es aber etwas zu diskutieren, zu klären oder gar einen Konflikt, dann ziehe ich das persönliche Gespräch vor. Ich habe mittlerweile gelernt mit unvorhergesehenen Gesprächswendungen umzugehen. Und insbesondere im Umgang mit meiner Frau, gebe ich offen zu wenn ich zu etwas gerade nichts sagen kann, weil ich es noch nicht überdacht habe. Das hat am Anfang unserer Beziehung zu irritationen geführt. (Schatz, was denkst du gerade? – Kann ich nicht ausdrücken. – Du weichst mir doch aus)
    Doch nach etwa 2 Jahren hatte sie es verstanden, dass ich das einfach nicht kann und aktzeptiert. Erst seit ca. 6 Monaten weiss ich um die fundamentalen Unterschiede von Extrovertierten und Introvertierten und es setzt sich für mich ein großes Puzzle zusammen und ich habe das Gefühl das „Leben“ an sich etwas besser zu verstehen.

    Rückblickend finde ich es sehr schade, dass ich aufgrund meiner scheinbaren verschlossenheit und schüchternheit in der Schule schlechter benotet wurde und ständig dazu gedrängt wurde „mich doch zu Wort zu melden“. Dass ich das nicht tat hatte eine mündliche Note von 3-5 in fast allen Fächern zu folge (Außer Religion, dort bekam sowieso jeder eine 1-2, einfach weil es Quatsch ist Glaube oder Nicht-Glauben zu benoten)

    Dein Blog war mir eine große Informationsquelle und ich werde ihn weiterhin verfolgen. Es ist schön nach 30 Jahren die Gründe und Zusammenhänge zu erkennen, warum man so ist wie man ist. Und vorallem: zu erkennen dass diese Eigenschaften etwas sind, worauf man wirklich Stolz sein kann!
    Interessanterweise habe ich mein Potential (Kreativität, Schnelle Auffassungsgabe, Hoher Analytischer Verstand, Begeisterung für neues, Perfektionismus) erkannt, bevor ich über die biologisch-genetischen Unterschiede von Extros und Intros wusste. So habe ich mich erst Anfang diesen Jahres entschieden, mich nebenberuflich in der Fotografie selbstständig zu machen.

    Danke also Patrick, dass du mir geholfen hast mich besser zu verstehen!

    • Hallo Johannes,

      besten Dank für Dein Feedback!

      Du sprichst hier einen guten Tipp an: Wenn Du noch nicht bereit bist, etwas zu diskutieren, dann sage das und stelle es für später in Aussicht. Ich habe mir auch angewöhnt, zu sagen: „Lass mich darüber nachdenken, ich melde mich später wieder bei Dir.“

      Deine Erfahrungen aus der Schule kann ich auch teilen. Ich hatte zumeist gute Noten, doch in jedem Fach hat mich die mündliche Note immer ein Stück heruntergezogen. Naja, es ist trotzdem etwas aus mir geworden 😉

      Viele Grüße,
      Patrick

  3. Ich versteh das Ganze sehr gut, weil es mir ähnlich geht. (Bin ja auch introvertiert) Noch dazu liebe ich das Schreiben an sich.
    Wie der Autor schon sagt hilft es das Ganze nochmal zu durchdenken bevor es auf die Welt los gelassen wird. Bei Gesprächen sage ich daher oft Dinge die ich hinterher bereue, weil es völlig falsch widerspiegelt was ich eigentlich wirklich darüber denke.
    Von daher fallen mir Unterhaltungen mit anderen Introvertierten leichter, da sie nicht sofort eine Antwort erwarten. Sie wissen selbst wie es ist erst alles im Kopf durchwälzen müssen.

    • Das sind dann meist auch die besseren Unterhaltungen, weil sie deutlich mehr in die Tiefe gehen und (meiner Erfahrung nach) objektiv und distanziert ablaufen. (Schonmal mit einem Extro über seinen Glauben diskutiert? Der blockt schnell ab. Der Intro will deinen Standpunkt anhöre und verstehen.)

      • Ich weiß, es ist etwas spät… aber ich wollte mich hierzu doch mal melden. Es gibt sogar eine Studie, die untersucht hat, wie Gespräche zwischen Intro-Intro, Extra-Extra, und Intro-Extra so ablaufen. Das Ergebnis war tatsächlich, dass Introvertierte unter sich eher ein Thema bearbeiten und das in die Tiefe, während Extravertierte durch viele verschiedene Themen huschen und diese nur oberflächlich anschneiden.
        Ich müsste die Studie noch irgendwo haben, aber ich kann bei bestem Willen gerade keine Quelle nennen.
        Das mit dem Glauben trifft aber nicht nur auf Extravertierte zu. Ich kenne auch Introvertierte, die total abblocken, weil sie einfach nicht darüber diskutieren wollen.

        Oute mich hiermit auch als Introvertierte. Studiere im Übrigen Psychologie, von daher ist mir das mit der Intro- und Extraversion schon länger bekannt (und ich bin echt froh drum, sonst hätte ich vermutlich noch schlimmere Minderwertigkeitskomplexe entwickelt, als ich ohnehin schon habe! Die schlechten mündlichen Noten kenne ich auch aus meiner Schulzeit).

        Mir fällt es auch um Einiges leichter, mich schriftlich auszudrücken (ich bin ganz genauso – ich mag keine Telefonate und schreibe auch lieber SMS und Mails – eine meiner introvertierten Freundinnen und ich können uns laufend SMS schreiben, die ziemlich lang sind). Ich lungere auch unheimlich gerne in Foren herum und diskutiere lieber dort als von Angesicht zu Angesicht. Es ist einfach viel überlegter, ich kann mir meine Quellen nochmal anschauen und logisch meine Gedanken ordnen und Schlüsse ziehen, und alles in meinem eigenen Tempo. Wenn ich im „realen Leben“ diskutiere, bin ich meist die totale Verliererin, weil ich mich einfach nicht so ordnen und ausdrücken kann wie Extravertierte und alles so unglaublich schnell geht. Und ich kann nicht, wie im Forum, noch zig Mal meinen Text lesen und verbessern. Die „Zurück“-Taste fehlt mir in meinem Leben so 😉

  4. Grundsätzlich schreibe ich auch lieber als zu telefonieren. Ich telefoniere auch privat eher selten und freue mich immer, dass man Pizza mittlerweile auch online bestellen kann, denn selbst sowas mache ich lieber „schriftlich“ 😉
    Beruflich schreibe ich lieber E-Mails, weil der Empfänger die bearbeiten kann wann es ihm passt. Bei einem Anruf muss er sich zwangsläufig erstmal sofort mit meinem Anliegen auseinandersetzen. Gerade wenn ich von jemandem Informationen abfrage, die der andere nicht aus dem Kopf beantworten kann, finde ich eine Mail einfach praktischer. Der andere kann die Unterlagen raussuchen bzw. die Information beschaffen und mir dann antworten.
    Mir selber fallen beim Reden auch oft die passenden Antworten oder Argumente nicht so schnell ein. Außerdem bin ich im persönlichen Gespräch leider häufig unsicher und kann schriftlich sehr viel bestimmter auftreten.
    Bei längeren Schriftstücken schreibe ich auch erstmal unfertige Sätze und Satzfragmente auf, die ich hinterher sortiere und ausformuliere bis alles meinen Ansprüchen genügt und ich sicher bin, nichts Wichtiges vergessen zu haben.
    Allerdings ist es schon so, dass schriftlich eher Missverständnisse entstehen. Deswegen zwinge ich mich mittlerweile dazu, zumindest dienstlich doch öfter zu telefonieren. Wenn ich eine Information dringend brauche ist das ja auch meistens der schnellere Weg.
    Außerdem erwarten viele Kollegen auch eher einen Anruf, weil ihnen E-Mails wiederum zu umständlich oder unpersönlich sind.

  5. Telefonieren ist für mich kein Problem solange es um den Austausch von relevanten Informationen geht (zB Terminabsprache beim Arzt). Schwierig wird es wenn beim Telefonieren der schon öfters angesprochene Smalltalk erwartet wird. Wenn ich beim Telefonieren direkt sage was ich will, dann wirkt es unhöflich. Also frage ich wie es geht etc ohne dass es mich interessiert und ich kriege eine Antwort die mich vlt gar nicht interessiert und das Gespräch in eine RIchtung leitet die ich nicht will und aus der ich nicht wieder herauskomme. Bei einer Email kann ich das in Ruhe überdenken (nerven tut es mich aber meist auch dabei) und letztendlich kann ich sicher sein, dass ich auch zu dem Thema komme wo ich hin will.

    Ansonsten würde ich schriftliche Kommunikation auf jeden Fall bevorzugen wenn ich jemanden von etwas überzeugen will um mir meine Argumente zurechtzulegen und zu planen und um mehr Zeit zu haben um zu reagieren. In direkten Diskussionen bin ich überfordert und fühle mich schlecht vorbereitet, ich möchte ein Argument nur dann anbringen wenn ich absolut sicher bin und es selbst schon in alle denkbaren Richtungen geprüft habe. Im Idealfall habe ich mir schon überlegt wie ich auf Gegenargumente reagieren kann. In einer Gruppendiskussion bin ich damit hoffnungslos unterlegen. Bis ich mein Argument zu Ende gedacht habe geht es längst um etwas anderes.

    • Hallo Sabine,

      danke, dass Du Deine Erfahrungen teilst. Ich denke das klingt „typisch“ introvertiert.
      Wie wir uns bei Diskussionen fühlen, darüber werde ich demnächst mal separat schreiben.

      Viele Grüße,
      Patrick

  6. Ich finde mich in deinem Text ganz und gar wieder. In meinem Job würde ich am liebsten nur E-Mail schreiben wollen. Wenn meine Kunden mich anrufen, möchten sie immer sofort eine Antwort haben. Anfangs habe ich immer gestottert bei so viel Gedanken, mittlerweile sage ich immer, lassen sie mich bitte nachdenken. Das dauert oft 5 Minuten, in dieser Zeit haben sich die Wütenden wieder beruhigt, sodass man ein konstruktives Gespräch führen kann. Oder es endet damit, dass ich eine E-Mail schreiben werde. Aber des öfteren endet es damit, sich bei schwierigeren Problemen persönlich zu treffen oder weil die Kunden mich einfach nur mal kennen lernen wollen…LEIDER!!!

    • Hallo Maria,

      das kann ich gut nachvollziehen. Es ist aber tatsächlich auch wichtig, sich persönlich kennenzulernen, vor allem wenn es häufiger mal wütende Kunden gibt. Die reine Onlinekommunikation ist ein Brutherd für Missverständnisse 😉

  7. Ganz toller Artikel! Finde mich total darin wieder (ganz besonders bei den „Störungen“)!! Ich habe auch einen eigenen Blog erstellt, mit dem Hintergrund, dass mir vielleicht endlich mal jemand „zuhört“ (es ist ein Stück weit befreiend, auch wenn man vielleicht erst einmal keine Leser hat – egal), ich rauslassen kann, was ich empfinde, gelernt habe oder weiß, welche Erfahrungen ich gemacht habe. Mit Gesprächen überzeugen fällt mir enorm schwer. Schreiben fällt mir auch nicht unbedingt leicht, aber ich habe Zeit, alles zu notieren und zu sortieren, alle wichtigen Infos reinzupacken, das ganze einigermaßen „wasserdicht“ über überzeugend rüber zu bringen. Keine Unterbrechungen, Fragen, misstrauischen Blicke, die verunsichern und: Zuhörer bzw. Leser, die sich wirklich interessieren, offen sind, mehr erfahren wollen.

  8. Hallo Patrick, wie immer finde ich mich auch dieses mal natürlich in deinem text wieder 🙂
    Ich bin auch derjenige der zuhause immer vermeidet ans Telefon zu gehen. Wenn ich aber mit meinen Freunden über Teamspeak rede, dann habe ich manchmal Phasen wo ich richtig aufdrehe und manchmal sage ich am liebsten garnichts.
    Was ich noch ergänze würde ist, dass wenn man etwas auf dem Herzen hat auch mit jemandem darüber sprechen sollte. Denn wenn man mit jemandem schreibt kann man nicht die Emotionen rüberbringen und es geht einem nicht besser als vorher. Und dass man sich schriftlich mehr traut etwas kritisches zu äußern.

    • Patrick says:

      Stimmt, bei schriftlicher Kommunikation bleibt einiges auf der Strecke. Ich mag am liebsten, wenn ein echtes Gespräch eine vorausgegangene schriftliche Nachricht aufgreift/ergänzt.

  9. Hallo Patrick,

    ich finde mich lustigerweise in Deinem Beitrag ebenfalls komplett wieder, obwohl ich eigentlich extrovertiert bin. Smalltalk fällt mir daher zwar leicht, aber wenn es um etwas Wichtiges geht, fehlt mir oft die Zeit, um ausreichend nachzudenken und dann weiche ich auch lieber auf’s Schriftliche aus, wenn das möglich ist, oder ich mache mir zumindest vor einem Gespräch schriftlich „Gedanken“ darüber (manchmal sogar in Dialogform), schaue nochmal nach Quellen und weiteren Informationen usw.. Auch ist es mir unangenehm, andere Menschen mit einem unangekündigten Anruf zu „überfallen“ und / oder zu stören – das mag ich nämlich selbst auch nicht.

    Ich versuche gerade (da ich ab und an aus beruflichen Gründen ziemlich komplexe Sachverhalte am Telefon rüberbringen muss und darin noch nicht viel Erfahrung habe, was ggf. fatale Folgen haben könnte) mir anzugewöhnen, statt vielen „Ääähs“ und „Ööööhms“ meinem Gesprächspartner mitzuteilen, dass ich kurz (oder auch mal länger) nachdenken muss. Ggf. kündige ich dann auch eine schriftliche Antwort an, wenn ich merke, dass der Gesprächspartner unaufmerksam oder ungeduldig ist. Damit habe ich mit ihm telefoniert (was ausdrücklich für den persönlicheren Kundenkontakt gewünscht ist), gehe aber trotzdem sicher, dass meine Information richtig und vollständig ankommt. Es ist gut, wenn man für solche Situationen ein Konzept hat, das einen nicht inkompetent dastehen lässt, denke ich.

    Das Phänomen betrifft also nicht nur introvertierte Menschen 😉

    Viele Grüße, Meg

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